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Nachtläufe

Veröffentlicht in Trailrunning, running365+ von Daniel Kopp am 23. Oktober 2009

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2009 – Internationales Jahr der Astronomie. Mein Lieblingssender 3sat hat die Woche der Sternstunden ausgerufen und informiert mit hohem Unterhaltungswert. Der Mensch, eine kleine aus Kohlenstoffatomen bestehende Lebensform kreiselt auf einem blauen Heimatplaneten und dessen Umlaufbahn um das Zentrum eines kleinen Sonnensystems. Menschliche Wertvorstellungen, Karrieren, Geld, Macht , alles scheint seinen Sinn zu verlieren.

Ich hole zu weit aus.  Warum? Mir gehts nur um den Wechsel der Jahreszeiten. Denn nun bricht wieder die dunkle Jahreszeit an, mit all ihren Folgen für outdooraktive Sportarten. Unter den Bedingungen normaler Büroarbeitszeiten bleibt das kurze Tageslichtfenster dem Arbeitgeber vorbehalten. Wer die Möglichkeit während der Mittagszeit in die Laufbekleidung zu schlüpfen nicht hat, wird ab Oktober in tiefer Finsternis durch sein Laufrevier stolpern.

Viele weichen auf beleuchtete Ortschaften aus, andere rennen bewaffnet mit Stirnlampe weiter durch den Wald und wieder andere leuchten mit sündhaft teuren Hightechlampen nächtliche Trails aus.

Wie jedes Jahr wird für mich aus dem ersten Nachtlauf ein gefühlter Thriller. Keine Menschenseele ist im pechschwarz der mondlosen Nacht in den Westlichen Wäldern unterwegs. Mich begleiten nur der Atemhauch im Lichtkegel meiner Stirnlampe, meine Tritte und die unzähligen reflektierenden Augenpaare im Gehölz. Ich sehe die erste wilde Eule meines Lebens durch den Wald schwingen, völlig lautlos.  Aus der ein oder anderen Baumleiche formiert das Auge gruselige Waldtrolle. Das Wild scheint vom LED-Strahl meiner Leuchte wie gelähmt und schreckt erst im letzten Moment aus dem Weg.

Während der bunte Herbst seinem Höhepunkt zueifert wirken einige Ecken des Naturparks schon wie eine Novembertristesse. Braunes Ackerland, kahle Bäume, grauer Himmel. Stoff für Lebkuchenromantik und Winterdepressionen.

Anbei Bilder der vergangenen Laufwoche aus den Westlichen Wäldern

2 Antworten

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  1. Christian sagte, am 24. Oktober 2009 zu 05:43

    Hallo Daniel,

    bin jetzt schon länger immer wieder auf Deiner Seite gewesen und bisher war ich immer nur begeistert von Deinen tollen Trails, möchte Dir einfach mal danken, dass Du mich da teilhaben lässt 8-)
    Ich habe jetzt auch schon wieder mehrere Nachtläufein diesem Herbst hinter mir und am Anfang fiel es mir absolut schwer. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und ich kann es schon wieder geniessen. Die Stille und die Einsamkeit sind es, die mir am meisten geben, v.a. da ich eigentlich in einem Ballungsraum zuhause bin.

    Dein Blog ist wirklich erste Sahne und ich habe Dich einfach Mal in meine Blogroll aufgenommen, wenn es Recht ist.

    Salut

    Christian

    • Daniel Kopp sagte, am 24. Oktober 2009 zu 08:02

      hi christian,

      klar ist das recht, ich nehme dich auch in meine links rein.

      mir z.b. fällt es schwer nachts einen sauberen laufstil beizubehalten. ich muss mich erst wieder daran gewöhnen mit den sinnen schärfer auf den untergrund zu achten.

      aber es ist in der tat absolut angenehm durch einen menschenleeren naturraum zu laufen.

      danke und viele grüße
      daniel


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