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Rennradbekleidung #1 – Alles am Mann

Posted in Gear & Tests by Daniel Kopp on 20. Januar 2012

Rennradbekleidung #1  Rennradspezifische Bekleidung ist ein wichtiger Bestandteil der gesamtsportlichen Bikeaktivität. Fehlt sie, verschenkt man einen Großteil des Fahrkomforts und büßt letztlich an Fahrfreude ein. Gute Rennradbekleidung zeichnet sich durch speziell an die Sitzposition eines Rennradfahrers ausgereichtete Schnittmuster aus. Durchdachte Sportbekleidung zeichnet sich dadurch aus, dass man sie erst gar nicht bemerkt. Die Sportliche Aktivität steht im Vordergrund.

Das aus dem Outdoorbereich altbewährte Zwiebelprinzip hat sich inzwischen auch im Bereich der Fahrradbekleidung durchgesetzt. Unter Zwiebelprinzip versteht man das Tragen unterschiedlicher Stofflagen die in einem funktionalen Kontext zueinander stehen, dabei findet in aller Regeln das sogenannte 3-Lagenprinzip Anwendung. Dass heißt, als erste Lage leitet dünner, auf der Haut getragener Baselayer, Feuchtigkeit effektiv vom Körper weg nach außen. Normalerweise teilen sich Baselayer je nach Jahreszeit in zwei Kategorien auf: Im Winterhalbjahr kommen Gewebe mit höherer Wärmekapazität zum Einsatz, im Sommerhalbjahr dünnere und “kühlende” Stoffe.
Als zweite Lage kommt ein ebenfalls jahreszeitlich ausgerichtetes Trikot infrage. Auch hier lässt sich saisonal bedingt zwischen leichteren Kleidungsstücken mit langen bzw. kurzen Ärmeln sowie Westen und wärmeren langärmligen Varianten mit weichen und fleecigen Innenseiten unterscheiden.
Die dritte Lage dient dem Wetterschutz. Hier kommen z.B.  wetterresistente Softshelljacken ins Spiel. Bei großen Niederschlagsmengen sind echte Regenjacken aus Funktionslaminaten wie Paclite oder Activeshell empfehlenswert. Regenjacken unter 150€ stellen sich meist als Flop heraus, da sie häufig keine ausreichende Atmungsaktivität bieten, was zu unangenehmen Nassschwitzen von innen führen kann. Mittlerweile bieten zahlreiche Hersteller auch Wetterschutzbekleidung aus den genannten Laminaten für die unteren Extremitäten an.

Ausstattung

Funktionsunterwäsche Sie sollte eng am Körper anliegen, zu weit geschnittene Baselayer sind nicht mehr in der Lage für einen ausreichenden Feuchtigkeitstransport zu sorgen. Einige Firmen haben ihr Sortiment um sogenannte Kompressionsbekleidung erweitert. Dabei soll durch den erhöhten Druck auf das Gewebe eine Erhöhung Durchblutung herbeigeführt und in Folge eine gesteigerte Sauerstoffversorgung der Muskeln  garantiert werden. Ob das funktioniert ist letztlich wohl mehr eine Glaubensfrage, einige Fahrer wissen das enge und Vibrationen minimierende Tragegefühl zu schätzen. Andere empfinden die enge Bekleidung schlichtweg als störend. Auf eine Unterhose im klassischen sollte übrigens verzichtet werden. Sie führt das Layerprinzip ad absurdum und erzeugt im schlimmsten Fall Friktionen und schmerzende Scheuerstellen.

Trikot Unterschiedliche Ärmellängen, Zusatztaschen oder keine, mit oder ohne Zipper.  Eines sollte ein Trikot auf keinen Fall: Flattern! Am besten sitzt ein Trikot eng am Körper ohne am Kragensaum oder den Ärmelbündchen einzuschnüren. Ein Zipper, je länger desto besser, sorgt Hitzestau vor. Einfach öffnen und für Ventilation sorgen. Durchdachte Trikots verfügen über eine winddichte Vorder- und atmungsaktive Rückseite, was vor allem bei Bergabpassagen Sinn macht. An kühlen Tagen werden lange Trikots eingesetzt oder -falls ausreichend – Kurze mit Ärmlingen erweitert. Nicht fehlen sollte eine Rückentasche mit ausreichend großem Fach und einer kleiner verschließbaren Zusatztasche für Wertgegenstände. Sinnvoll ist eine Erweiterung der Ausrüstung um eine gut komprimierbare Windjacke oder Weste. Diese lässt sich auf ein geringes Packmaß zusammenfalten und kommt je nach Situation schnell und flexibel zum Einsatz.

Wetterschutz Ein wind- und unter Umständen wasserabweisendes Kleidungsstück stellt als letzter Layer die finale Schicht des Zwiebelprinzips dar. Bei leichten Regenfällen empfehlen sich wetterresistente Softshelljacken die je nach Jahreszeit auch zusätzlich gefüttert sein können oder eher luftig ausfallen. Sie halten Wind und moderate Niederschlagsmengen ab und zeichnen sich durch eine hohe Atmungsaktivität aus, welche echte Regenjacken auch aus modernen Materialien wie Pacliteshell oder Activeshell nicht erreichen. 3-lagige Hardshelljacken, wie sie oft im Alpinsport Anwendung finden, eignen sich für Rennradfahrten aufgrund des steifen Materials, des hohen Gewichts und der geringen Dampfdurchlässigkeit nur bedingt, denn einige Ausstattungsmerkmale sind für eine Nutzung auf dem Rennrad unerlässlich: So sollte das Schnittmuster über einen verlängerten Rücken verfügen um auch in sportlich nach vorne geneigter Position keine darunter liegenden Schichten freizugeben. Ein langer, nach Möglichkeit durchgehender Zipper erlaubt Lüftung und erleichtert das An- und Ausziehen. Nicht zuletzt deshalb sollte man sich spezieller auf den Rennradsport zugeschnittene Modelle zulegen und keine aus dem Lauf- bzw. Bergsport.

Hose Zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen einer Radhose zählt der Einsatz. Ein gut gestaltetes Sitzpolster steigert im Zusammenspiel mit einem korrekt justierten und gut sitzenden Sattel den Fahrkomfort. Am besten wählt man eine gute und eng anliegende Passform, die weder einschnürt noch die Bauchatmung negativ beeinflusst. Mit oder ohne Träger, dass richtet sich ganz nach der persönlichen Vorliebe. Ein Großteil der männlichen Rennradfahrer hält sie für unverzichtbar, Frauen hingegen empfinden sie häufig unangenehm. Ein Set über die klassischen drei Längen, Lang, Knielang, Kurz sowie eine gefütterte winddichte Variante für den Winter reichen im Normalfall aus. Wer flexibel auf Wetteränderungen reagieren möchte erweitert die Ausrüstung rund um das Bein noch um sogenannte Beinling. Diese reichen in der Regel bis unter oder über das Knie und verwandeln eine kurze Hose in eine Lange.

Helm Inzwischen hat sich bis in die hintersten Winkel des Landes herumgesprochen das Helme Leben retten und schwere Verletzungen vermeiden helfen. Wie so oft ist der Verbraucher auch bei diesem Ausrüstungsgegenstand mit einer riesigen Auswahl konfrontiert. Alle im deutschen Fachhandel erhältlichen Modelle sind CE- , TÜV- oder GS-geprüft und grundsätzlich sicher, dennoch empfiehlt es sich nicht unbedingt ein Modell aus der untersten Preiskategorie zu wählen.  Neben dem Sicherheitsaspekt tragen Aerodynamik, Gewicht und Tragekomfort eine entscheidende Rolle.

Handschuhe Körperbewusste werden zugunsten einer nahtlosen Bräune im Sommer auf Handschuhe verzichten. Luftige Sommermodelle sorgen durch Schweiß glitschige Lenker sowie Blasen vor und haben daher durchaus ihre Daseinsberechtigung. Bei kühlen Bedingungen stellt sich die Frage nach einem Handschuh hingegen nicht. Vom Materialmix unterschiedlich gestaltete und daher für unterschiedliche Temperaturen ausgelegte Handschuhe ermöglichen Ausfahrten auch an strengen Wintertagen. Handschuhe sollten gut sitzen und nicht zu klobig sein um ein gutes Griffgefühl zu vermitteln und Schalt bzw. Bremsaktivitäten nicht unnötig erschweren.

Mützen Von atmungsaktiven und winddichten Mützen bis hin zu schützenden Kopf- und Gesichtsmasken bietet der Markt inzwischen alle Variationen. Für kühle Tage eignen sich Mützen mit einem die Ohren abdeckenden Schnittmuster besonders. Eisig kalten Tagen begegnet man mit isolierenden Masken. Feuchtigkeit lässt sich mit wind- und wasserabweisenden Helmüberziehern begegnen. Für heiße Passauffahrten bzw. Fahrer ohne Helm bieten sich Rennradmützen als Sonnenschutz an.

Schuhe Von Einsteigermodellen mit ausgewogenem Preis-Leistungsverhältnis hin bis zu hochpreisigen Hightechmodellen spannen zahlreiche Hersteller ein umfassendes Angebot in welchem sich Anfänger wie Profis wiederfinden können. Eines ist klar: Der Schuh muss passen und darf keinesfalls drücken oder einschnüren. Meist erfolgt  die Einstellung über Klettverschlüsse, Ratschen oder Schnürsysteme. Auch wenn hochpreisige Modelle über recht aufwendige Justiersysteme verfügen kann ein einfacher, mit Klettverschlüssen ausgestatteter Schuh durchaus ausreichen. Letztlich zählt nur, dass der Fuß fixiert wird ohne Druckstellen ausgesetzt zu sein. Eine anatomisch gestaltete Innensohle bietet dem Fuß Support und verteilt auftretende Kräfte möglichst effektiv auf die Außensohle. Diese sind je nach Modell aus regulären Kunststoffen oder Karbon gefertigt und bestimmen aufgrund ihrer spezifischen Steifigkeit die Performance des Schuhs maßgeblich.

In #2 werden einige Keidungsstücke im Detail beleuchtet.

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