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first look @ LOWA TRIOLET GTX

Posted in Ausrüstung by Daniel Kopp on 5. Mai 2012

first look @ LOWA TRIOLET GTX Früher gab’s halt Bergstiefel. Braun, allesamt. Unterschiedlich stabil, mit steigeisenfester Sohle und vielleicht sogar mit Goretex-Membran. Heute hat jede Aktivität hat ihren Schuh, was allerdings Himmel und Hölle zugleich sein kann. Tja, was nehm‘ ich denn da? Den Trekking- oder den Hikingschuh?  Oder doch lieber den Alpinstiefel? Vielleicht reicht ja auch bloß  einen Wanderschuh. Aber welche Ausführung:  Flach, Mittel oder Hoch? Benötige ich einen zusätzlichen  Kletterschuh? Oder spule ich die ganze Nummer mit einem dieser neumodischen Speedhikingschuhe ab? Aber nicht zu schnell, sonst könnte man sich auch einen Trailrunningschuh gönnen. Einen für den alpinen Bereich natürlich!

Ich such was Universales. Einen Schuh für schnellere Bergtouren, gerne etwas leichter wenn’s mal wieder ne große Tour wird. Für Klettersteige sollte er tauglich sein und für alpines Gelände sowieso. Der klassische braune Bergstiefel ist nicht mehr meines. Ganz unten im Schuhschrank lag er, ich habe ihn nochmal rausgewühlt. Früher wir untrennbar, heute haben wir uns irgendwie auseinandergelebt. Also geh‘ ich mit der Zeit: Ein Aproachschuh soll es werden, ein Bergschuh der moderner ist und die Grenzen verschwimmen lässt. Kein Halbschuh, sondern ein richtiger Stiefel mit gutem Halt. Aproachschuhe  sollen ja alles können, nur halt in leicht.

Lowa hat so einen im Programm wie inzwischen fast alle anderen auch, was dem Schuh zwar seine Eigenständigkeit nimmt, denn Alleinstellungsmerkmale die von der Konkurenz abgrenzen kann er nicht aufweisen. Anders betrachtet hat Lowa das System Aproachschuh übernommen, was zum einen daran liegt dass der Hersteller keine neuen Trends setzt,  sondern bereits Etabliertes mit Erfahrungsschatz und Kompetenz umsetzt.

Lowas Triolet GTX ist sofort als Aproachschuh erkennbar. Seine sportive Formgebung und die für maximierten Formschluss versetzte Schnürung und Kletteroptik machen ihn sofort als solchen erkennbar. Er sieht schnell aus. Das Design ist gefällig aber eher emotionslos und schlicht gehalten.  675g pro Schuh, damit fällt auch das Gewicht bei Gr. 11,5 akzeptabel aus, vor allem vor dem Hintergrund der stabilen Verarbeitung und der Tatsache das es sich um einen Stiefel handelt.

Eine dicke Wildleder-Außenhaut macht den Triolet GTX resistent gegen alle Widrigkeiten des Gebirges. Doppelt verarbeitet, sind die seitlichen Leisten vor alpinen Schotter und Fels geschützt. Großzügig umlaufende Zehen- und Fersenkappen sorgen gegen durchsteckendes oder durchschlagendes Material vor. Da machen auch rasante Abfahrten auf Schuttreißen Spaß.

Angenehm komfortabel wurde der üppig gepolsterte Schaft in meshiger Qualität verarbeitet. Eine weiche nahtlose Fütterung setzt sich nach innen fort und wird durch eine einfache Einlegesohle ergänzt, welche nicht mit weiteren Innovationen glänzen kann. Zusammen mit der eng gesetzten Schnürung (14 Metallösen, zwei seitliche Gewebeschlaufen und vier Zugösen) samt Umlenkanker auf der Zunge wird der Fuß tadellos fixiert. Das hat mir wirklich schon in der ersten Trockenübung ausgesprochen gut gefallen. Um auch bei feuchten Bedingungen Wasserdichtheit zu gewährleisten ist die weit nach vorne reichende Zunge mit dem wasserdichten Goretexinnenschuh vernäht.

Insgesamt sitzt der Schuh sprichwörtlich wie angegossen, rollt aber aufgrund seines stabilen Chassis und der Vibramsohle relativ steif ab, was zum Teil dem schmalen Grat zwischen bewegungsaktivem Bergschuh und stabiler Alpinsohle geschuldet ist, in diesem Fall aber keinen Zielkonflikt darstellt, da meiner Meinung nach ein guter Mittelweg gewählt wurde.

Typisch für einen Aproachschuh ist seine Eignung für alpine Zustiege hin zu Klettersteigen. Dementsprechend teilt Lowa die Vibram-Außensohle in ein geländetaugliches Profil mit viel Grip und einer reibungsoptimierten Schuhspitze für Kletterei aus. Generell ist der Triolet nach vorne schön gepfeilt, was Vorteile bei Kletteraktivitäten bewirkt, da auf Grund der Schuhspitze auf kleinen Felsritten gut Halt gefunden werden kann.

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4 Antworten

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  1. Daniel S. said, on 9. Mai 2012 at 09:16

    danke für diesen post, das hilft mir grad mal weiter, da ich in den nächsten 3 wochen ein ähnliches teil zulegen muss. aproachschuh hiesst also der ansatz, die steife sohle gibt mir noch zu denken. die letzten bergtouren habe ich mit goretex trail-schuhen absolviert, aber schon gesehen, dass das auf dauer etwas suboptimal ist und noch was stabileres her muss. kann ja nicht als hilfsleiter in der alp-projektwoche mit schülern ohne bergschuhe antanzen … die lehrerin würde mir wohl ganz böse blicke zuwerfen ;-)

    • Daniel Kopp said, on 9. Mai 2012 at 09:42

      Ich hab die Bergtouren auch immer mit den Trailschuhen gemacht, es geht auch wenn man Trittsicher ist, aber die Leute schauen halten einen immer für den letzten unprofessionellen Seilbahntouri. Steifer als ein stabiler Trekkingschuh ist er nicht, aber eben auch nicht so flexibel wie Trailrunningschuhe.

  2. SPL said, on 26. Mai 2012 at 13:50

    Schöner Bericht. Hab ihn gerade zur Ansicht bestellt. Wofür er gedacht ist weiss ich, was Du damit vorhast auch… Würdest Du damit auch mit einem 20kg Rucksack von A nach Füssen, dort 10kg weniger auf dem buckel, paar Gipfel machen und wieder mit 20kg zurück? Also taugt der Stiefel zum “meter machen” (30-50km pro Tag) im Mittelgebirge auf jeglichem Untergrund? Suche gerade etwas das zwischen einem Scarpa Mustang gtx und einem La Sportiva Boulder X mid liegt (wobei der LS Boulder dem schon sehr nahe kommt und der Scarpa fast etw. zu klobig ist.

    • Daniel Kopp said, on 26. Mai 2012 at 14:45

      Echt schwer zu beantworten. Lange Touren über viele Gipfel sind kein Problem, für sowas will ich den Schuh auch verwenden. Nur bei einem 20Kg-Rucksack werde ich skeptisch und würde unter Umständen zu einem stabileren Trekkingschuh greifen. Die sind dann aber oft wieder zu unbequem für lange Distanzen. Wenn die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind und Trittsicherheit kein Problem ist, sollte aber auch schweres Gepäck keine Probleme machen.

      Das gilt jetzt nur für mich: Ich fühle mich in den Halbschuhmodellen einfach wohler. Da ich durch die Bergläufe nur in Halbschuhen unterwegs bin, liegen mir Stiefel nicht mehr so. Den La Sportiva Boulder X finde ich eigentlich ganz gut.


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