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Sunset Run um den Meringer Hartwald

Posted in # Wellenland [Laufen] by koppdaniel on 12. März 2010

Lauf  um den Meringer Hartwald Sanft geschwungene Hügellandschaften laden mit einem kleinräumigen und ansprechenden Wechsel aus Wald, Agrar – und Kulturlandschaft zu abwechslungsreichen Läufen ein. 

Blickt man von der flachen Ebene des Lechfeldes auf Höhe des Galgenbaches nach Osten, rückt der Markt Mering auf der Lechfeld- und Paartalkante sitzend ins Blickfeld. Lieblich türmen sich die Häuschen den Hang hinauf Richtung Ortskern mit seinem historischen Kirchenensemble, das in etwa auf dem höchsten Punkt der Hangformation liegt, gleich dahinter schließt das Östliche Hügelland an. Die auffälligsten Kuppen hinter dem Ort ragen nicht sehr weit auf, sind bewaldet und bieten etwa 2km hinter dem Ortsrand ein ganz passables Laufrevier.

In den welligen Waldungen finden sich sogar frühmittelalterliche Wallanlagen aus 900. n. Chr., konzipiert als Ungarnschutzburgen. Von hier aus sollen unter weiteren anderen Wallanlagen in den umliegenden lechrainer Gemeinden die bekannte Schlacht auf dem Lechfeld geschlagen worden sein. Gegenwärtig zeugen lediglich Bodendenkmäler, erkennbar als geometrische Geländeformationen von diesen blutigen Zeiten. Noch heute zeigt das Schwert vor der Welfenburg im Ortswappen der Gemeinde Mering den engen Bezug dieser Landmarke zu den Ungarnschlachten.

Ums Leben laufen müssen wir auf diesem Flecken Erde heute nicht mehr. Ich erlaube mir den Ein oder Anderen Schlenker und nehme jede Gelegenheit für Anstiege dankend in Kauf, anspruchsvoll geben sich die Hügel ohnehin nicht, die Steigungsprozente bleiben moderat. Das Gelände erscheint mir ideal für ruhige Läufe als Gegengewicht zu den intensiven Hügel- und Bergläufen in den Westlichen Wäldern und den Alpen ohne die Stupidität der Radwege entlang des Lechs zu erreichen.

Die letzten Tage haben Neuschnee gebracht, und bittere Kälte. Feinpulfrig verteilt sich eine schlecht Halt gebende Schneedecke auf harschbrüchigen Altschnee. Unser altgedienter Feuerball, röter und röter, senkt sich immer tiefer Richtung Horizont und taucht die Landschaft in eine kitschige, rosafarbene Winterwelt.  Plötzlich ein lauter Knall! Noch einer und noch einer. Laut und nah! Ein Jäger muss auf der Jagd sein. Der Schuss hallt durch die Fichtenmonokultur. Herkunft? Unlokalisierbar! Muss ich doch um mein Leben laufen? Die Situtation im Dämmerlicht unter Beschuss durch den Wald zu laufen erhöht zwar den Pace, ist aber nicht so meines. Ich steuere den Waldrand und Rückweg an.

15 Antworten

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  1. Giegi said, on 12. März 2010 at 21:06

    Hab ich das nicht eben schon kommentiert und mich für die schöne Freitagabendunterhaltung bedankt? Alles weg – wie doof (also ich vermutlich…).

    Ich habe es aber nur gemerkt, weil ich da noch eine Frage fragen wollte: Wie weit / lang läufst du denn eigentlich pro Woche / pro Lauftag?

    • Daniel Kopp said, on 12. März 2010 at 22:52

      gute frage. ich laufe eigentliche eher nach zeit. meist zwischen 1,5 und 2 stunden, manchmal länger, seltener kürzer.
      ich denke die wochenumfänge werden so zwischen 50 und 80km liegen.

  2. bbbaschtl said, on 12. März 2010 at 21:33

    Jäger im Wald? Da dreh ich sofort um. Möchte nicht als der erste „erlegte“ Biker in die Geschichte eingehen…

  3. matbs said, on 12. März 2010 at 22:09

    Brrr, dieses unangenehme Kribbeln im Nacken, wenn irgendwo in der Nähe jemand mit einer geladenen Waffe durch den Wald irrt, kenne ich nur allzugut.
    Aber immer noch besser als die Ungarn aus dem 10. Jahrhundert! 😉

    Spannend find´ ich ja den Markt, diese Bezeichnung gibt´s bei uns nicht.

    Ansonsten: Richtig schöne, stimmungsvolle Bilder vom Winterabend.
    Aber so langsam würd´ ich auch gerne ein paar Bilder nehmen, die nach 17:30 Uhr entstanden sind und keinen imminenten Sonnenuntergang zeigen…

    • Daniel Kopp said, on 12. März 2010 at 22:53

      wusste ich gar nicht daß der „markt“ so ein süddeutsches ding ist. mit dem matbs lernt man halt nie aus 🙂

      • matbs said, on 13. März 2010 at 08:49

        Also nicht, dass da jetzt schreckliche Sprachmissverständnisse aufkommen, wenn´s dich das nächste Mal zu uns in den hohen Norden vom tiefen Süden verschlägt: Das Wort „Markt“ wird natürlich überall in Deutschland benutzt, aber die Bezeichung „Markt“ für bestimmte Orte nicht… 😉

  4. Marco said, on 12. März 2010 at 23:32

    Jäger… ich hasse dieses Pack.
    Ehrlich wenn es eine Unart gibt dann das rumballern in der Natur.
    Ich könnte wenn ich dürfte… aber lassen wir das.
    Grandiose Bilder mein lieber!
    Einfach WOWWWWW

    • Daniel Kopp said, on 13. März 2010 at 10:04

      irgendwie ist das schon grenzwertig, daß da einfach so im wald geschossen wird. jeder baumfäller ist zur sperrung der waldwege verantwortet, jägern hingegen müssen derartige auflagen nicht befolgen.

      sicherlich gibt es auch veranwortungsvolle jäger, aber dieses elitenhafte das der jagd anhaftet gefällt mir nicht. außerdem widerspricht die tatsache das abschüsse verkauft werden dürfen dem ökologischen grundsatz. im winter wird wild allenortes verlustfrei durch den winter gefüttert nur um im sommer die rechtfertigung für regulierungsabschüsse zu erhalten.

  5. ultraistgut said, on 13. März 2010 at 07:24

    Das sind ja wieder Fotos zum Träumen mit einem dynamischen Läufer, namens Daniel Kopp !

    Die Sache mit dem Jäger ist auch nicht gerade ungefährlich, ein Freund von mir wurde schon einmal mit einem Streifschuss an der Hose getroffen, kein lustiges Unterfangen, pass‘ gut auf dich auf, dass die Beine dann schneller werden, wer kann es dir verdenken – inmitten herrlicher Natur……………….nee, das müssen wir nicht haben.

    • Daniel Kopp said, on 13. März 2010 at 10:11

      da sieht man wieder, meine ängste sind nicht ganz unbegründet.

  6. Gerd said, on 14. März 2010 at 16:26

    Wenn einen die Jagdgesellschaft auf den Fersen ist, wird man unbewusst doch immer ein bisschen schneller.
    Man weiß ja nie! 😉
    Da liegt ja noch fett Schnee bei Dir. Irgendwie freue ich mich auf den Frühling! 😉

    • Daniel Kopp said, on 14. März 2010 at 18:36

      ja, der schnee is langsam echt nicht mehr witzig, es schneit auch immer wieder ml ein bisschen. es nervt langsam.

  7. Dieter said, on 15. März 2010 at 12:21

    hi daniel,

    ja unsre hoamat is scho sche. net nur im sommr, au im wintr.

    gruaß

    dieter

  8. […] genau 1 Jahr später in selbigen Laufgründen unterwegs und da ich diese Vergleiche liebe, auch der LINK AUF DEN LAUF 2010. So unterschiedlich kann die Welt […]


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