koppdaniel.wordpress.com

Berglauf Breitenberg (1.838m, Tannheimer Berge)

Posted in # Bergland [Laufen] by koppdaniel on 4. Februar 2012

Berglauf Breitenberg (1.838m, Tannheimer Berge) Na das dürfte dann wohl mein bisher kältester Berglauf gewesen sein. Schon auf der Fahrt hierher zeigte die Anzeige im Auto immer wieder um -20°C, am Wanderparkplatz dann gefrierschrankige -22°C. Puhhh, minimal maximal also. Junge junge, ich sag mal so: Das sorgt für freie Atemwege! Und da die letzte Zeit kaum Schnee gefallen war und der komplette Anstieg über die Ostlerforstraße hinauf bis zur Ostlerhütte vom Hüttenwirt für Rodler mit der Pistenraupe präpariert wird, müssten mich an Pfrontens Hausberg eigentlich ideale Berglaufbedingungen erwarten. Den Breitenberg hab ich hier ja schon öfter vorgestellt, deswegen erspare ich mir und euch allzu viel Geschreibsel. Es  handelt es sich an und für sich um einen eher unspektakulären Bergrücken der, würde das Ostlerhaus nicht auf ihm thronen oder würde der prägnante und formschöne Aggenstein nicht direkt nebenan liegen, wohl kaum einen Bergler anlocken würde.

Nützt ja nix, ich muss raus aus dem wohl temperierten Auto. Gerade noch war ich auf den Wanderparkplatz gleich gegenüber der Abzweigung in den Ostlerforstweg gerollt, der direkt an der österreichischen Grenze an der Achtalstraße liegt, und jetzt heißt’s „Ab auf den Berg“. Meine Schritte knirschen im trockenen Schnee des für diesen sonnigen Tag überraschend leeren Wanderparktplatz. Diese Zuaten lassen auf jeden Fall schon mal gute Berglaufbedingungen vermuten. Ich werde nicht mit anstrengend weichem Neuschnee zu kämpfen haben und Wanderherscharen anstrengend abseits des Weges umrunden müssen.

Schon die ersten Meter stimmen. Harter Untergrund – alles wie erwartet. Feine Linien verraten das die Pistenraupe hier erst vor kurzer Zeit Richtung Otsler Hütte geklettert ist. Nur wenige Fusstritte unterberchen das feine Muster, ich bin heute also tatsächlich relativ einsam unterwegs. Umso besser.

Nach einigen großzügigen Serpentinen wird der Wald schon rasch lückig und gibt fantastische Weitblicke auf die nahen Tannheimer und Allgäuer Alpen frei die in einer Schnee- und Eiswelt erstarrt zu sein scheinen. Ich arbeite mich über das Zickzachmuster des Fahrweges weiter empor immer unter der Kullise des mächtigen Aggensteins, einer  kecken und solitär erscheinenden Felspyramide die von einem baumfreien Sattel unterhalb des Breitenberg-Gibfelanstieges Breitenbergs erreichbar ist, den ich nach einigen steilen Serpentinen und Wegstücken erreiche.

Das es sich beim Breitenberg um einen typischen Voralpenberg handelt und dieser damit nach dem hügeligen Alpenvorland eine der ersten ernstzunehmend Erhebungen darstellt, ist der Berg dem eisigen Ostwind quasi schutzlos ausgeliefert. Beissend und zemürbend zerrt der Wind an meinem Gesicht und der Laufkleidung. Eiskristalle sorgen für einen zweifelhaften Peelingeffekt und selbst die laufende Nase schmückt sich bald mit einem kleinen Eiszapfen. Ich arbeite mich auf einem nun ekelhaft steilen aber finalen Teilstück Richtung Berghaus empor. Die Augen lassen sich kaum offen halten und die ohnehin schon kalte Luft wird gefühlt noch eisiger.

Oben, am Gipfelkreuz, welches sich unter einem dicken Eispelz verbirgt wird eine gigantische Schau über das Füssener Becken in die Ammergauer Alpen, dem Wetterstein und sowie die Tannheimer und Allgäuer Alpen frei. Die kleinen Tannebäumchen haben sich in Eisbäumchen verwandelt und wirken wie mit Eis übergossen. Wirklich hübsch.  Das alles war den Preis der Mühen einmal mehr wert…

Weitere Bergläufe auf den Breitenberg

https://koppdaniel.wordpress.com/2011/11/19/berglauf-breitenberg-allgauer-alpen/

https://koppdaniel.wordpress.com/2010/06/04/berglauf-breitenberg/

https://koppdaniel.wordpress.com/2011/03/05/winter-extend-berglauf-breitenberg-1-838m/

14 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Steve said, on 4. Februar 2012 at 16:41

    Tolle Bilder und dank des Hüttenwirts scheint das ja wirklich eine ideale Laufstrecke zu sein.
    Bei mir waren es heute 5 Grad mehr 🙂
    Fazit: Auch bei diesen Temperaturen kann man sich draußen austoben, sofern die Kleidung passt.

    • Daniel Kopp said, on 4. Februar 2012 at 16:42

      Wobei es bei dem Wind in den Laufklamotten schon grezwertig wird, muss ich sagen. 🙂

      • Steve said, on 4. Februar 2012 at 16:53

        Das kann ich mir vorstellen. Umso mehr freut man sich auf eine warme Hüttenstube 🙂

        • Daniel Kopp said, on 4. Februar 2012 at 17:10

          Jo, da bin ich aber nicht rein. Ich renn immer gleich wieder runter

  2. Deichlaeufer said, on 4. Februar 2012 at 18:03

    Traumhafte Kulisse, der man garnicht ansieht, dass es so kalt ist.

    Haben Lunge und Bronchien den Lauf gut verkraftet?

    • Daniel Kopp said, on 5. Februar 2012 at 08:50

      Das kann ich inzwischen ganz gut wegstecken. ich muss bei schnee und kälte allerdings mehr auf meine muskulatur und sehnen achten.

  3. Uschi said, on 4. Februar 2012 at 20:50

    Uiiiiiiiii, ein Bild schöner als das andere! Man sollte einfach immer schauen, dass man rauskommt! Bin richtig neidisch um Dein „Bergerlebnis“ heute!

    Uschi

    • Daniel Kopp said, on 5. Februar 2012 at 08:51

      Du legst ja sicherlich bald nach. und das dann wieder zu einer viel schöneren tageszeit, am abend oder morgen.

      • Uschi said, on 5. Februar 2012 at 12:24

        Ja aber leider ist es zur Zeit bei Sonnenauf- oder -untergang schon grenzwertig mit der Kälte, weil es einfach immer lange dauert, bis man DIE Motive im „Kasten“ hat. Da hat`s mich schon bei Plusgraden trotz optimaler Bekleidung mit der Zeit so gefroren, dass ich die Finger nicht mehr einzeln gebrauchen konnte:-)
        Allerdings finde ich die Kälte auf`m Berg wie z.B. bei unserer letzten Tour, immer noch erträglicher, als den beißenden Wind hier im Flachland. Trockene, „ruhige“ Kälte kann man noch ertragen, so lange man sich bewegt, finde ich, aber der sibirische Wind gibt einem bald den Rest. Und beim Fotografieren steht man halt viel rum.
        Aber die Luft ist gut zur Zeit und früher bei uns daheim, da sind wir auch mit der Hand an der Türklinke kleben geblieben, so kalt war es manchmal im Winter:-)

        VG Uschi

        • kopp-daniel said, on 5. Februar 2012 at 12:47

          Für die meisten Bilder bleib ich ja nichtmal stehen. Bin eben ein dilletantischer Fotograf 🙂
          Dieser ekelhafte Wind ist tasächlich zermürbend. Wenn Du bei uns hinten in die Hügel gehst weht der immer übers Lechfeld rein, wie ein Föhn. Bei den Minusgraden ist echt widerlich. Wobei auf dem Breitenberg auch ’n ziemlicher Wind ging.

          LG
          Daniel

          • Uschi said, on 5. Februar 2012 at 21:24

            Wie ist das eigentlich mit den Lungenbläschen bei der Kälte? Hast gelesen vom O`gauer König-Ludwig-Lauf? Früher haben sie doch manchmal Langlaufrennen abgesagt, weil es ab -15 Grad „ungesund“ würde, Hochleistung zu erbringen? Aber Du bist ja noch jung und überfit. Und natürlich ein überaus „dilettantischer“ Fotograf, wer aus dem Laufen solche genialen Bilder schießt, ganz bestimmt 🙂

            LG Uschi

  4. ultraistgut said, on 5. Februar 2012 at 08:31

    Verdammt, verdammt schön, ich will auch mal wieder Berge !!

  5. […] Lauf ist hier […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: