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Rennradtour durchs Nördlinger Ries auf den Hesselberg (Fränkische Alb)

Posted in Rennrad by koppdaniel on 2. April 2012

Rennradtour durchs Nördlinger Ries auf den Hesselberg (Fränkische Alb) Dieses mal sollte es weder der Naturpark Augsburg Westliche Wälder noch das  das Wittelsbacher Land sein. Nein, was Neues musste her! Abwechslung! Ungesehenes! Terra Incognita! Und ja, bergig bzw. hügelig sollte es natürlich auch sein. Nun, da sollte man annehmen der Weg führt schnurstracks in die Alpen oder zumindest ins Alpenvorland, doch genau die umgekehrte Richtung schlugen ich und der Knieanarchist ein. Nordwärts also, über die Donau drüber. Raus aus dem Weißwurstäquator und rein ins Ries.

Der B2 folgenden stellten wir unsere Autos auf einem Parkplatz unterhalb der Harburg in Harburg ab. Schmuckes Örtchen samt exponiert gelegener Burg und die ersten von Ausgburg ersten erreichbaren 200Hm-Anstiege. Mehr als 100Hm sind daheim nicht drin. Also die Bikes ausgepackt, rein in den Sattel hieß es gleich mal auf den Bocksberg pedalieren, dessen steile Rampe den Puls gleich nach oben und die Muckis auf Betriebstemperatur treibt. Dem Augsburger stechen natürlich sofort all die Felsbrocken ins Auge, kennt er doch nur schnöden Kiesel. Ja, selbst die Berge und Hügel des Augsburger Landes bestehen nur aus Kiesel und Lehm und maximal Nagelfluh, was als Fels auch nur so halb durchgeht. Die Berge des Nördlinger Rieses hingegen sind etwas Besonderes. Hier herrschen offene geschützte Wacholderheiden mit felsigen Abschnitten vor. Außerdem versprechen die Höhen eine Menge Panoramapotential. Etwas besonderes sind sie aber auch in erdgeschichtlicher Hinsicht: Vor rund 15Mio. Jahren schlug hier ein Meteorit ein und hinterließ einen 23-25 Kilometer großen Krater, dessen Ränder die Hügelketten rund um das Nördlinger Ries markieren.

Und von eben diesem Krater rollen wir nun über eine großzügig geschwungene Straße in den Kraterkessel hinab, welchen wir anschließend nordwärts vorbei an ungezählten Ortsnamen mit der Endung  „…ingen“ über verkehrsruhige Neben- und Kreisstraßen durchqueren. Dieses Teilstück der Tour ist relativ unaufgeregt und bietet sich zum Tempobolzen an, zumindest sofern kein allzu fieser Gegenwind über die Ebene weht. Interessanter wird’s dann wieder ab Maihingen, dass den nördlichen Kraterrand kennzeichnet und in profiliertes Gelände überleitet. Der schneidend kalte Wind dieses sonnigen Sonntags erleichtert zwar das „Klettern“, doch so manch südseitig ausgerichteter Anstieg lässt den Radler ordentlich ins Schwitzen kommen. Richtig angezogen ist man bei dieser Witterung ja nie. Bis Gerolfingen setzt sich unser Hügelritt nun fort, um in einem finalen Anstieg auf den Hesselberg, einer der höchsten Erhebungen in dieser Umgebung, zu münden.

Rund 240 Höhenmeter  gilt es zu überwinden um den waldfreien Aussichtspunkt über eine geteerte Straße zu erreichen. Auf diese Idee kommen an einem klaren Sonntag natürlich mehr als zwei, entsprechend groß ist der Andrang. Komischerweise treibts kaum Rennradler auf diese prägnante Landmarke, vielleicht haben wir aber auch nur einen ruhigeren Moment erwischt. Kurz genießen wir den Gipfel des langgezogenen Bergs, dessen Oberfläche ebenfalls von Wacholderheiden bewachsen ist und über den ein eisig kalter Wind weht. Sicherlich blühlt hier im Frühling und Sommer so manch botanische Besonder- und Seltenheit. Der Blick streift über die weite Kulturlandschaft des Nördlinger Ries hinüber zum gegenüberliegenden Kraterrand, von wo unsere Tour ihren Ausgang nahm. Da müssen wir also wieder rüber. Jo, ist schon ein Stückel, so bis zum Ende des Horizonts.

Die anschließende rasante Bergabfahrt macht mir dann bewusst das Laufräder hochpreisiger Rennräder vermutlich doch ihr Geld wert sein müssen und das dies sicherlich nicht mein letzter Renner war. Ja, einmal dabei gibt’s keine Ende der Fahnenstange mehr… Unsere Rückfahrt verläuft mit einigen Variationen ähnlich der Anfahrt, so dass am Ende des Tages bei untergehender Sonne 125km auf der Uhr stehen und die Erkenntnis reift, dass es sich mal wieder gelohnt eine kleine Anfahrt nicht zu scheuen. Das Donau-Ries ist einfach schön!

Irgendwie schwebt mir da eine Kraterumrundung vor…

125km | 1300Hm | On Tour mit Knieanarchist

2 Antworten

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  1. Deichlaeufer said, on 2. April 2012 at 21:59

    Wow, was für ein Weitblick. Das es so einen Meteoriten-Krater in Deutschland gibt, wußte ich garnicht.

    • Daniel Kopp said, on 3. April 2012 at 06:36

      Jo, dass ist schon eine geologische Besonderheit. Wenn alles grün ist sicherlich noch schöner.


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