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Berglauf auf die Krähe (2.012m, Ammergauer Alpen, Überschreitung)

Posted in # Bergland [Laufen], The nicest by koppdaniel on 17. August 2012

Berglauf auf die Krähe (2.012m, Ammergauer Alpen, Überschreitung) Ich unternahm diesen Berglauf schon einmal, im Oktober vor drei Jahren. Saisonal sicher die besser Wahl, war ich doch, abgesehen von einem Wanderer, vollkommen einsam untewegs. Jetzt sind Sommerferien in Bayern und vom Hotel Ammerwald, dem Ausgangspunkt meiner Tour, gelegen an der Ammerwaldstraße zwischen Oberammergau und dem Plansee, kommen natürlich schon einige Feriengäste auf die Idee eine Wanderung zu unternehmen.

Vom architektonisch modernen und futuristischen Bau des Ammerwaldhotels renne ich also zunächst in den Wald Richtung Schützensteig. Der führt zunächst noch in angenehmer Steigung, aber felsdurchsetzt und grobschottrig, in einem Zickzackkurs entlang der Älpeleskopf-Berghänge, die mit schütterem Mischwald bewachsen sind. Am Wegesrand lassen sich um diese Jahreszeit viele Blumen, darunter auch Orchideen und Enziane ausmachen. Auch fällt der Blick immer wieder auf die gegenüberliegenden Bergflanken der mächtigen Geierköpfe, die hier so unnachgiebig steil in die Höhe schießen. Einige Serpentinen später flacht der Steig zunehmend aus und schließlich  wird nach der Überquerung einiger Bächlein freies Almgelände erreicht. Von hier ist es jetzt nur noch ein Katzenspung bis zu den Jägerhütten, die ruhig und idyllisch auf einem kleinen Zwischental vor dem Hohen Straußberg liegen.

Noch vor den Hütten zweigt ein Weg nach rechts in den Nadelwald ab, dank der Wegweiser Richtung Krähe nicht zu verfehlen. Auch dieser schmale Fahrweg ist eher grob beschaffen, es liegt viel loses und grobes Geröll auf seiner Oberfläche. Zunehmend steil erreiche erneut freies Wiesengelände, das Ochsenängerle. Hier bieten sich zwei Varianten Richtung Krähe an. Einmal durch das Köllebachtal Richtung Fensterl und weiter zur Krähe, oder aber über den Niederstraßbergsattel hinauf zum Gableschrofensattel und weiter zur Krähe. Ich wähle die erste Variante und will über die zweite wieder runter. Eine Überschreitung also.

Der Pfad durch das Köllebachtal beginnt zunächst noch relativ breit, verliert sich dann aber immer wieder im Gras und ist teilweise nur durch Trittspuren zu erkennen. Die Orientierung ist dennoch problemlos möglich. Es geht jetzt mal mehr mal weniger steil durch offenes Gelände und kleine Waldinseln. Je weiter man sich Richtung Hochblasse und Hochplatte vorarbeitet, desto eindrucksvoller die Szenerie. Gigantisch ragen die langezogenen Bergflanken des Niederstraußbergs und der Krähe zur linken und die der Hochblasse zu rechten in die Höhe. Dem Kessel entsteigt man am Talschluss über einen schönen Serpentinentrail hinauf zu einem Sattel zwischen Hochblasse und Hochplatte. Dieser  nun folgende Teil des Anstieges schwingt mitunter steil auf, so dass kurz vor Erreichen des Sattels der schnelle Stechschritt effektiver scheint als zu laufen.

Weiter Richtung Krähe und Fensterl wirds dann aber wieder flacher. Das Gelände bleibt zwar weiterhin laufbar, doch es stellt sich von nun an immer wieder das ein oder andere Felshindernis in den Weg, so dass man auch mal mit den Händen hingreifen muss.  Unweit der Krähe, kurz unterhalb der 2000m-Grenze wird erneut steiles, nicht laufbares Gelände erreicht das weiter zu einem aussichtsreichen Grasplateau unterhalb des Gipfels führt. Von hier aus fällt der Blick ertsmals etwas entspannter auf die umliegenden Bergketten, die sich scharf in der klaren Luft abzeichnen. Nach Norden tut sich eine auffällige Szenerie auf. Bekannte Kletterfelsen wie der Gabelschrofen, die Gumpenkarspitze und der Geiselstein bieten hier zusammen mit dem Kenzengebiet einen absoluten Bergklassiker auf. Bei guter Sicht spitzt sogar noch der Bannwald-und Forggensee hervor. Den Gipfelendspurt erledigt man steil und durch mit Felsen durchsetztes Grasgelände.

Wer nun ebenfalls die Überschreitungsvariante wählt muss Richtung Gabelschrofensattel unschwierig herabklettern, ehe ein alpiner Downhill Richtung Schwangauer Kessel ansteht. Dieses Teilstück ist landschaftlich äußerst reizvoll, aufgrund des felsigen Weges aber anspruchsvoll zu laufen. Immer wieder bremsen Steinbrocken den Bewegungsfluss.  Auf Höhe der Niederstraußberg-Felsabbrüche endet der Downhill schließlich und geht in einen leichten Gegenanstieg hinauf zum Niederstraußbergsattel über. Dort angekommen führt ein schmaler aber wiederum sehr schottriger und felsiger Karrenweg wieder hinab zum Ochsenängerle. Von hier aus führt der Rückweg wieder über den Schützensteig zum Hotel Ammerwald.

15km | 1000Hm

90% laufbar

4 Antworten

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  1. bergpfad said, on 19. August 2012 at 16:03

    …irgendwie bin ich neidisch!…
    tolle Gegend und sensationelle Bilder! Wie lang war die Strecke den?

    Grüße

    • Daniel Kopp said, on 27. August 2012 at 13:39

      Die Strecke war ca. 17km lang. Für diesen warmen Tag genau richtig.

  2. Andreas said, on 24. August 2012 at 19:39

    Gigantisch! In jeder Hinsicht… Ich bekomme den unbändigen Wunsch, da auch mal zu laufen…!

    • Daniel Kopp said, on 27. August 2012 at 13:40

      Das ist in jeder Hinsicht eine meiner Lieblingsecken in den Ammergauern, außerhalb der Ferien is nix los. Da macht laufen wirklich Spaß.


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