koppdaniel.wordpress.com

Berglauf Strindenscharte und Sulzspitze (2.048m Tannheimer Tal, Allgäuer Alpen)

Posted in # Bergland [Laufen], The nicest by koppdaniel on 4. Oktober 2012

Berglauf Strindenscharte und Sulzspitze (2.048m Tannheimer Tal, Allgäuer Alpen) Unter landschaftlich eindrucksvoller Herbstkulisse folgt mein heutiger Berglauf dem „Normalweg auf die Sulzspitze“ ausgehend vom Wanderparkplatz am Haldensee im Tannheimer Tal über die Strindenscharte hinauf bis zum 2.048m hohen Berggipfel. Im Anstieg wird zunächst ein scharf eingeschnittener Taleinschnitt zwischen Neunerkopf/Vogelhörnle und Krinnenspitze durchschritten ehe man sich am Talschluss serpentinenreich über die Waldgrenze schraubt und auf Höhe der Oberen Strinden Alpe weiter Richtung Strindenscharte aufsteigt.  Bereits am Saalfelder Höhenweg empfängt mich eine geniale Schau auf die mächtigen Leilachspitze samt ihrer ins Birkental stürzenden Flanken. Angekommen am Gipfelkreuz belohnt der Berg mit einem grandiosen 360°-Panorama auf die scharf gezeichneten Zacken des Allgäuer Hauptkamms.

Routenverlauf Haldensee – Edenbach Alpe – Untere Strinden Alpe – Strindenscharte – Sulzspitze (Anstieg = Abstieg)

Geplante war ja eigentlich eine komplette Urlaubswoche. Doch schon letzte Woche zeichnete sich ab, dass dieser Plan so wohl nicht in die Tat umzusetzen war. Leider. Zumindest den Donnerstag und Freitag wollte ich noch retten, schwebt doch schon das Damoklesschwert des Winters über den Bergläufen.

Zusammen mit dem 03. Oktober ergaben sich nochmal ideale Tage für einige einsame Naturläufe und die Woche ist noch nicht rum. Aufgrund des guten Wetters sowie der Tatsache des Feiertages vermutete ich am 03. Oktober allerdings Heerscharen von Ausflüglern  in den Bergen und so verwarf ich den ursprünglichen Plan diesen Tag für einen Berglauf zu nutzen. Radiomeldungen über Staus in den Bergen und das es sich vermutlich um einen der letzten guten Tage für Hüttenwirte handle, gaben mir in meiner Entscheidung schlussendlich recht. Also bin ich erst heute los, obwohl der Wetterbericht zunächst nichts gutes verhieß.

Also startete ich bei teilweise bedeckten Himmel ins Tannheimer Tal. So schlecht schauts ga nicht aus, denke ich mir. Es ist trocken. Laut Bayern 3 werden aktuell auch nur die Franken mit Regenwetter „verwöhnt“ und bis die Front das Alpenland erreicht, dass dauert noch.

Angekommen am Haldensee und geparkt am Ausgangspunkt meiner Tour wurde mir schon klar das die Wandersaison noch nicht zu Ende gegangen war. Jede Menge Urlauber hielten sich am am Wasser auf und spazierten drumherum, so dass ich für meine Tour schon Schlimmstes befürchtete.

Also erstmal rein in den Anstieg und die erste große Serpentine geschluckt. Es läuft gut, Saft ist da. Heute gehts anscheinend auf Tempo. Und siehe da, kein Mensch auf meinem Weg. Der Anstieg gestaltet sich nicht allzu steil, gut laufbar und macht schon kurz nach dem Start erste Aussichtspunkte ins Tannheimer Tal frei um sich dann ohne weitere Richtungswechsel gen Talschluss zwischen Krinnenspitze und Neunerkopf aufzuschwingen.

Auf diesem Teilstück rennt man dann durch recht lückigen Bergwald der immer eine gute Schau auf die herbstlichen Waldhänge drumherum freigibt. Rücklings, auf der gegenüberliegenden Talseite  baut sich der Lumberger Grat mit Roter Flüh und Gimpel auf – ein hübscher fotogener Bergstock.

Nachdem das Almgelände der Edenbach Alpe durchschritten und die unbewirtschaftete Untere Strindenalpe passiert ist, liegt ein Teilstück mehrer großzügiger Serpentinen vor mir. Dieses  hebt mich schließlich gänzlich über die Waldgrenze heraus und erlaubt eine  Übersicht über das eben noch durchlaufene Tal des Strindenbachs.

Nun wechselt der Weg in nördliche Richtung um den Bergstock herum Richtung Obere Strinden Alpe. Ohne diese zu erreichen biege ich vorher in eine Abzweigung Richtung  Strindenscharte. Die Szenerie mutet nun immer alpiner an.

Etwa 100 Höhenmeter über  mir mache ich jetzt auch die ersten Wanderer aus. Vermutlich Übernachtungsgäste der Strindenhütte oder Seilbahnauffahrer  vom Neunerkopf herübergwandert sind. An der Strindenscharte schließlich kumulieren sich diese Wandergruppen, es werden jetzt langsam mehr Menschen.  Hier oben, am wirklich absolut wunderschönen Saalfelder Höhenweg, baut sich jetzt erstamls das großartige Panorama auf: Ohne Witz, dass ist das Best of Allgäu.

Am auffälligsten sticht an diesem Punkt vor allem der solitär erscheinende Bergstock der Leilachspitze und Krottenköpfe hervor, deren Flanken steil ins grüne Birkental abstürzen. Ich muss mich losreißen, folge dem Sallfelder Höhenweg der sanft entlang Berghänge der Sulzspitze entlangwindet ansteigt. Einige hundert Meter später weißt ein Wegweiser in ein Weglein  hinauf zur Sulzspitze. 35min, sagt der Pfeil. Also noch 10min. Der erdige Pfad steigt stellenweise steil nord-östlich an und umrundet die grobe Feslfanke der Sulzpitze um schließlich auf dem Grasrücken  in süd-westlicher Richtung bis zum Gipfelkreuz zu leiten.

Da oben ist das Panorama natürlich nochmal ne Stufe besser als an der Strindenscharte…

Wenn ich mir die Bilder jetzt so mit dem Juchizer von Hubert von Goisern so anschau, da bekomme ich immer noch ne Gänsehaut.

17,5km | 1000hm (inkl. Gegenanstiege)

15 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. DocRunner said, on 5. Oktober 2012 at 07:31

    Boah, herrlich alpiner Trail, die Bilder lassen mein Herz höher schlagen. Das war es wohl wirklich wert und der Urlaub gut investiert. Wünsch Dir noch viele solche Laufkilometer

    Salut
    Christian

    • Daniel Kopp said, on 5. Oktober 2012 at 12:35

      Danke Christian. Freut mich wenn ich deinen Pulsschlag kurz erhöhen durfte 🙂

  2. Steve said, on 5. Oktober 2012 at 19:05

    Woohaa! Geniale Bilder.
    Hattest du keinen Rucksack dabei?

    • Daniel Kopp said, on 5. Oktober 2012 at 21:27

      Jo, dass ist ne geile Ecke 🙂
      Rucksack brauchte ich bei der Streckenlänge nicht, waren insgesamt nur 17-18km. Den hatte ich letztens nur mit da das Wetter unsicher war und ich ne Regenjacke mitnehmen wollte.

      • Steve said, on 5. Oktober 2012 at 21:30

        Und wie sieht’s mit Getränken aus oder hat’s da genug Wasser am Weg?
        Und wo packst du die Kamera und sonstigen Kleinkram hin?
        Fragen über Fragen. 😉

        • Daniel Kopp said, on 5. Oktober 2012 at 21:45

          Wasser frisch vom Fels 🙂 Wobei mir dass schon den ein oder anderen Durchfall beschert hat. Aber jetzt ohne Weidebetrieb sollte es kein Problem sein.

          Kamera halte ich immer abschussbereit in der Hand. Den Rest habe ich meistens in irgendwelchen kleinen Taschen verstaut.

  3. Deichlaeufer said, on 5. Oktober 2012 at 19:31

    Fürs kommende Jahr habe ich mir fest vorgenommen in die Alpen zu fahren. Ich will auch! Allerdings nur wandern, nicht laufen.

    • Daniel Kopp said, on 5. Oktober 2012 at 21:28

      Wandern macht ja auch Spaß, man kann sich mehr aufs Fotografieren konzentrieren und die Kleinigkeiten am Wegesrand entdecken. Die Alpen sind für dich halt leider nicht die gerade um die Ecke.

      • Deichlaeufer said, on 5. Oktober 2012 at 21:35

        Sie sind leider wirklich nicht um die Ecke. Laufen in den Alpen wäre sicher eine Nummer zu hoch für mich.
        Außerdem möchte ich mich nicht auf meine Füße und den Weg konzentrieren müssen, sondern -wie Du schreibst- aufs Sehen und Fotografieren.

        • Daniel Kopp said, on 5. Oktober 2012 at 21:48

          Auf Fahrwegen und Karrenwegen kann man schon ganz gut hochrennen ohne sich auf den Boden konzentrieren zu müssen. Bei Trails gebe ich dir Recht, da achtet man natürlich überwiegend auf den Weg.

          Mir haben damals die knapp 800km in die Toskana echt gereicht. Ich fahre nicht gerne Auto, für mich ich das Stress. Dieses Jahr war ich mal in Hannover, dass waren 600km. Hat auch schon gelangt.

          • Deichlaeufer said, on 5. Oktober 2012 at 21:51

            Inzwischen fahre ich auch nicht mehr so gerne Auto. Nutze gerne die Bahn. Aber ohne Auto ist man in den Alpen zu unbeweglich. Deshalb werden es wohl auch mal wieder 800 bis 900 km sein 😦

            • Daniel Kopp said, on 5. Oktober 2012 at 21:59

              Bin jahrelang täglich mit der Bahn gependelt, da erlebt man was. Inzwischen mag ich das Zugfahren nicht mehr. Jetzt pendel ich jeden Tag mit dem Auto einfach 60km und mag das Autofahren nicht mehr.

              Die längste Fahrt war mal bis unter Rom, das waren 1200km. Vier waren alle um die 22 zu fünft in einem 190er Benz und eine davon war schwanger. 1200km RückBANK. Ich habe meinen Hintern nicht mehr gespürt 🙂

              • Deichlaeufer said, on 5. Oktober 2012 at 22:05

                Bahnfahren, speziell im Nahverkehr, ist auch nicht immer das gelbe vom Ei. Jeden Tag 120 km sind aber echt schon übel. Ich fahre gerade mal 4,5 km einfach, mit dem Rad.

                Einen 190er Benz hatte ich noch bis Mai letzten Jahres. Irgendwie vermisse ich ihn.

  4. ultraistgut said, on 6. Oktober 2012 at 08:59

    Gänsehaut nicht nur du, auch ich – man kann sich gar nicht satt sehen !


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: