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Hügelig unterwegs zwischen Reinhartshofen und Reinhartshausen

Posted in # Hügelland [Laufen] by koppdaniel on 14. Oktober 2012

Unterwegs zwischen Reinhartshofen und Reinhartshausen (Naturpark Augsburg Westliche Wälder) Die Umfänge der laufenden Woche waren hoch und auch beim gestrigen Berglauf wollte ich es nochmal mal richtig wissen. Für den heutigen Sonntag war deshalb ein kürzerer Umfang vorgesehen, die Glieder verlangen nach Entspannung. Also zauberte ich erstmal einen schönen Track aufs Garmin, denn ohne Ortskenntnis ist hier eine sinnvolle Runde nur schwierig zu gestalten. Der Track ist trotz seiner eher geringen Längen giftig. Über 400 Höhenmeter verstecken sich verteilt auf 16km. Es knirscht nicht nur Kies unter den Sohlen, sondern es schmatzen auch nasse Wiesenwege und schlammige Trails.

Der Start und das Ende der Strecke liegen komfortabel erreichbar auf der Verbindungsstraße zwischen Großaitingen und Reinhartshofen am sogenannten „Oberen Holzmähder“. Einfach den Wagen kurz vor Beginn der 10%igen Steigung nach rechts auf die Forststraße unweit einer kleinen Kneippanlage lenken. Hier wird geparkt und der Forstweg markiert auch gleich den Einstieg zum heutigen Track.

Man sieht den offensichtlich wenig befahrene Weg ohne lange Umschweife schon steil im Wald verschwinden. Der rutschige und schlammige Forstweg zieht unerbittlich an und bringt den Ruhepuls schnell auf  Niveau. Nach einigen hundert Metern öffnet sich der Wald zur rechten wieder und zeigt  auffällig kupiertes Weidegelände. Wenig später, am Ortsrand von Reinhartshofen, ist der Rücken des Höhenzuges endlich erklommen. Vom schattigen Wald trete ich in die wärmende Herbstsonne. Noch sind die Temperaturen frisch, später werden sie noch rund 13°C erreichen.  Nord-östlich gerichtet folge ich jetzt der roten Linie auf dem Display des Garmin, sie verläuft entlang des Kammrückens ehe mich der nächste, rechts in den bunten Herbstwald abzweigende Weg schon wieder ins flache Wertachtal hinabreißt.

Wie so oft geizen die Westlichen Wälder auch hier mit Aussicht. Westliche Wälder – wie der Name schon sagt handelt es sich hier um ein größeres nahezu zusammenhängendes Waldgebiet. Umso mehr lernt man die seltenen Chancen auf Fernsicht schätzen. Gerade im Moment begrenzen sich diese allerdings auf kleine Ausschnitte, welche die Wegschneiße meines Abstiegs durch das Ast- und Blattwerk auf das tiefer liegende und sonnendurchflutete Wertachtal freigibt.

Angekommen im Tal folgt mein Weg für ein kurzes Stück dem Waldrand um gleich wieder über einen bitter steilen Weg hinauf auf den Höhenzug abzuzweigen. Im dichten Wald wird schließlich  höchste Punkt des Abschnittes, der sogenannte Leitenberg, erreicht. Wieder folgt die Route dem Höhenzug um nach einigen hundert Metern abzuzweigen und auf die andere Talseite abzufallen.

Ich erreiche einen kühlen Einschnitt unter dem Schindelberg, wo sich ein versteckter, idyllisch gelegener Weiher findet. Ruhig liegt er da, umrahmt von buntem Herbstwald und dunklen Fichten- und Tannenspitzen. Trüb und grün schimmert das Wasser im Sonnenlicht, die welken Seerosenblätter treiben auf seiner ruhigen Wasserfläche.  Leichten Für mich geht es weiter, ich gebe dem Ort seine Ruhe zurück und renne leichten Trittspuren folgend über schlammige und nasse Wiesen bis zum Rand der versprengten kleinen Ortschaft Hardt, welche ich auf wenigen Metern Teer durchlaufe und zugunsten des nächsten Anstiegs auch gleich wieder verlasse.

Dieser nun folgende Anstieg zwischen Schindelberg und Schellenberg ist weitaus weniger steil als die bisherigen, zieht sich bis zum Erreichen der auf dem Höhepunkt liegenden Wegkreuzung jedoch gehörig in die Länge. An den Wegrändern hat sich das bereits gefallene Laub rot-braun verfärbt und kontrastiert mit den lichtdurchfluteten gelben Baumkronen um die Wette. Ein schöner und vergänglicher Anblick. Mir graust es schon vor der farblosen Winterzeit.

Oben angekommen fällt die Strecke sofort wieder ins gegenüberliegende Wertachtal ab. Ein besonders reizvoller und heller Abschnitt  der sich in angenehmen Gefälle sanft entlang des zerfurchten Laub-Hangwaldes mit großzügigen Kurven ins Tal windet. Ein letztes mal schlängelt sich mein Weg dem sonnigen Waldrand folgend im Tal entlang. Auch hier fordern Wiesenwege ordentlich Kraft ein und der  abzweigende, wieder ekelhaft in die Höhe schnellende Anstieg auf den Höhenzug tut es nicht minder wenig.

Dieser hübsche schmale Graspfad arbeitet sich frech und erquickend durch den dichten Wald nach oben, seine Szenerie erinnert mich irgendwie an die Krummholztrails der oberitalienischen Seen. Oben angekommen sind Route und Verlauf des Hügelzuges wieder deckungsgleich. Aber nur kurz, denn schon der nächste Abzweig weist wieder hinab Richtung Wertachtal. Aber nicht mehr ganz! Noch bevor der Talboden erreicht ist treffe ich auf einen parallel verlaufenden Forstweg, welcher kurz darauf  in einen jetzt komplett ins Tal gehenden Trail mündet.

Tiefpunkt und Wendepunkt meines Laufes zugleich wird das Wertachtal ein letztes mal erreicht. In scharfem Winkel geht es sofort über nächsten Forststraßenanstieg bergan. Nicht mehr so heftig wie bisher, aber doch in pulstreibender Manier.

Vorbei am Turmkopf und um den Lindenberg herum sinkt die Forststraße wieder ins gegenüberliegende Tal ab, vollzieht den ein oder anderen Steilaufschwung als Gegenanstieg und kurz bevor die Wende um den Lindenberg vollzogen ist verschluckt mich ein extrem rutschiger und nasser Erd-Trail, nur um mich kurze Zeit später am Waldrand wieder auszuspucken.

Danach gehts mehr oder weniger weglos über triefend nasse Wiesen weiter. Ich arbeite mich zu einem Feldweg vor, dessen Verlängerung auf die Teerstraße zum Hardter Kernort mündet. Nochmal ein kurzes Teer-Intermezzo, die befestigte Straße wird bereits nach kurzem an einem großen Gut – der alten Oberförsterei – verlassen, dessen Gemäuer nachfolgend für ein Viertel umrundet wird.

Aber keine Sorge, die Zivilisation wird verlassen noch bevor man sich ihrer Gegenwart bewusst wird- der Mühlberg ruft. Und sein Anstieg ist – man wird es erahnen – würzig steil. Dafür entschädigt er aber mit einer relativ netten Aussicht auf die Verlängerung des Teufelstals. Dank umfangreicher Rodungen sind die hügeligen Strukturen der Landschaft von hier aus sehr gut zu erkennen.

Nun ein letztes mal in den dunklen Wald und es geht es über Trampelpfade schwuppdiwupp talwärts. Hinab zu den Hardter Fischteichen und dem Reinhartshofer Weiher. Sie reihen sich dem Tal folgend aneinander, wirken ein wenig verträumt und romantisch. Deshalb und weil hier einige Wander- und Radrouten zusammenlaufen wird man hier im seltensten Fall alleine unterwegs sein. Auf echten Trubel trifft man aber über den gesamten Streckenverlauf nie.

Die Gewässer über Forstwege und Trails passiert um im Anschluss in einen weiteren Wiesenweg zu münden, der zurück nach Reinhartshofen führt. Er steigt nur sanft an und entlässt mich in die ruhige Ortschaft. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung zum Ausgangspunkt. Steil zieht mich der letzte Abstieg des Tages hinab zum „Oberen Holzmähder“, wo das Auto geparkt steht.

Insgesamt eine gelungene Tour. Nicht sehr lang, aber aufgrund des anhaltenden Auf und Abs sowie den zahlreichen Wiesenwegen durchaus fordernd und anstrengend. Die Gegend sieht mich wieder.

16km | 400hm

7 Antworten

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  1. midlifecrisis65 said, on 14. Oktober 2012 at 23:33

    Wo war es denn so sonnig heute? Rethorische Frage. Ich habe ja schließlich deinen Bericht gelesen. Sehr ausführlich mit sehr schönen Fotos. Danke für diesen Ausflug in den goldenen Oktober!

    • Daniel Kopp said, on 17. Oktober 2012 at 07:59

      Hey, Augsburg ist eine der sonnenreichsten Städt in Deutschland. Ätsch 😛

  2. ultraistgut said, on 15. Oktober 2012 at 08:27

    Schön, wie immer – aber 15 Kilometer ist doch gut – das ist meine Mindestlaufkilometerzahl, vorher kehre ich nicht zurück !!

    Heute mal wieder in Grün ! 😉

    • Daniel Kopp said, on 17. Oktober 2012 at 08:00

      Bei mir ist es eigentlich auch so die Mindestlaufgrenze. Außer ich mach mal Hügelintervalle (50Hm rauf-runter, 10-15 Wiederholungen, da i´st es dann auch mal weniger)

  3. dahatte said, on 17. Oktober 2012 at 16:41

    das gebiet in dem du dich bewegst sieht echt prädestiniert zum laufen aus…..immer wenn ich mir neue routen mit gps reinziehe lande ich trotzdem immer wieder in undurchdringlichen sackgassen in denen dornenbüsche bromberen und brennessel ein durchkommen (im sommer) unmöglcih machen.

  4. […] des Tracks ist hier zu […]


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