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Hügellauf um das Schwarzachtal (Naturpark Augsburg Westliche Wälder)

Posted in # Hügelland [Laufen] by koppdaniel on 1. November 2012

Hügellauf um das Schwarzachtal (Naturpark Augsburg Westliche Wälder) Viele meiner letzten Läufe waren ganz neue, bisher noch nicht gelaufene Tracks, also quasi unbeflecktes Land. So auch diese Strecke. Es ergab sich dank Planungsvorlauf mit GPS-erstellter Strecke (ohne findet man sich in unbekannten Gebieten in den Westlichen Wäldern meist sehr schlecht zurecht) eine fordernde Runde welche dem Läufer eine Steilrampe nach der anderen in den Weg stellt. Dieser kleine Einreißer den der Herbst kürzlich hatte – naja, alles vergessen. Heute gibt sich die Witterung glücklicherweise etwas versöhnlicher. Der Schnee ist wieder in Rückzug befindlich und die Temperaturen liegen über 5°C, zumindest außerhalb des Waldes.

Ausgehend vom an der Scheppacher Straße geparkten Auto rennt man dann auch schon über offenen Taleinschnitt, der Hasel, den Hängen des Mühlbergs folgend auf den ersten Hügel, dem Döpshofer Berg (572m). Beginnt der Anstieg zunächst noch relativ sanft und starterfreundlich, zieht er der Hügelkrone näher kommend immer steiler an. Oben verschluckt mich schließlich ansprechend bunt gefärbter, um nicht zu sagen kitschiger herbstlicher  Hohlweg  in den Wald.

Und dort im Wald bleibt die Strecke vorerst mal. Es sind aber nicht diese dunklen und monotonen Waldungen hier, wo du denkst „Wann komm ich endlich raus hier“.  Nein, lückig, abwechslungsreich, freundlich und immer wieder Blicke auf die zerfurchte Staudenlandschaft freigebend sind sie. Da geht die Rennerei schön von der Hüfte – es macht Spaß und die Kilometer verfliegen. Zwischen den Hügelflanken von Döpshofer und Aitinger Berg (589m) fällt mein Forstweg dann wieder ins Schwarzachtal ab. Links und rechts ragen die beiden bewaldeten Hänge auf. Eine tolle Szenerie. Keine mächtige Nordwand in den Alpen, aber schon etwas, was dich irgendwie klein erscheinen lässt.

Dem Verlauf des Talgrunds durch bunten Laubwald Stück folgend, vorbei am verwaisten Döpshofer Grillplatz, wendet sich der Weg nach kurzem schon wieder dem nächsten Anstieg zu. Er reicht hinauf bis zum Weiherberg und folgt dem Hochweg weiter bis zum Scheppacher Berg (588m). Dort wird ohne Umschweife die Richtung in scharfem Winkel gewechselt und der nächste Abstieg ins Tal durch das Frauengehau eingeschlagen. Die Schwerkraft reißt mich hinab zum Weiherhof, wo die Teerstraße Richtung Oberschönenfeld überquert und der Anstieg über einen Golfplatz auf den gegenüberliegenden Hügelzug angetreten wird. Auf den Warnschildern des Golfplatzes steht „Wegen umherfliegender Bälle ist das betreten verboten“, da stellt sich mir die Frage wie die Golfer selbst hier ihren Sport ausüben können?

Auf dieser Talseite herrscht entgegen der bisherigen kaum Wander- und Radverkehr. Kurvig windet sich der schmale Forstweg durchs Heiligkreuzholz um unverhofft in einen laubigen Trail durch das Kreuzholz zu münden. Zurück auf einem regulären Wirtschaftsweg noch kurz vor Erreichen des Hungerbergs (567m) muss rechts in einen steil abfallenden Trail abgebogen werden. Dieser Abzweig ist im Unterholz nur schwer erkennbar und daher etwas tricky zu finden. Der Abstieg selbst ist zwar schlammig und nass, dafür aber landschaftlich eindrucksvoll. Ragt der Höhenzug zur rechten doch prägnant in die Höhe und schafft fast eine Voralpenszenerie.

Nach dem Abstieg befinde ich mich nun im Taleinschnitt des Vögelebachs. Jetzt folgt für etwa 800m ein ebenes Teilstück, bei sinkendem Puls lassen sich die Landschaftseindrücke so für einen Moment etwas mehr genießen. Links wächst der Deichselhofer Wald an den Hängen des Hungerberges empor, rechts weiten sich die sanften Waldungen des Rauhen Gehaus aus. Es ist dunkel, Schnee hat sich hier gehalten und leichter Nebeldunst liegt in der Luft, anscheinend befinde ich mich hier in einem Kaltluftkessel.

Tja, nur sind Geraden nicht so mein Ding. Erlösend sorgt der nächste Richtungswechsel und Anstieg für Abwechslung. Es beginnt erst wieder, wie hier so oft, relativ sanft über einen gepflegten Wirtschaftsweg, zieht dann aber immer fieser an und gipfelt in einem rutschigen und nassen Hohlweg der mich auf dem Höhepunkt des Hügels auf die offene Landschaft des Vögelefeldes entlässt. War es im Tal noch eisig kalt entzückt auf diesem Landschaftspunkt die inzwischen zum Vorschein gekommene und angenehm wärmende Sonne.

Und von hier oben bietet sich außerdem eine für diese Gegend selten freie Aussicht auf die prägnant geschnittenen Stauden-Hügel.  Um diese Jahreszeit lässt das bunte Laub da eine ganz besondere Wirkung entstehen. Ein schöner Moment, ausgefüllt mit Ruhe und dem sanften Licht der Herbstsonne. Sowas füllt meine Akkus!

Weiter gehts über wellige baumlose Wiesen. Ich erreiche den westlichen Döpshöfer Ortsrand, steige aber erneut zurück Richtung Vögelefeld auf und verschwinde im Wald Richtung Vögeleschneid. Auf dem nachfolgenden Abstiegsweg hinab zu den am Fuß der 578m hohen Sommerleite gelegenen Weihern bietet sich das Eisbrünnle zum Wasserfassen an, bevor der nächste langgezogene Anstieg auf den Sauberg in Angriff genommen wird. Vom seinem Höhepunkt und dem anschließenden Rückweg durch sanfte grüne Wiesen ergeben sich erneut schöne Ausblicke auf die herbstlichen Höhenzüge.

Um wieder auf die gegenüberliegenden Hügel zu wechseln muss der Offroadläufer sein Terrain für 400m verlassen und der Wessobrunner Straße folgen. Dieses kurze Stück ist aber rasch abgespult und ich verschwinde erneut im Wald um den Reiterberg herum wo es ein letztes mal daran geht einen Anstieg zu absolvieren. Hernach folgt schon das Abstiegsfinale zum Ausgangspunkt.

7 Antworten

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  1. Deichlaeufer said, on 2. November 2012 at 07:38

    Das sind ja zum Teil wirklich Bilderbuchherbstbilder 🙂 Scheint eine schöne Ecke zu sein.

    • Daniel Kopp said, on 2. November 2012 at 18:19

      Ja, der Herbst gibt gerade sein besten. Das musst du noch genießen, wenn das Laub runter ist, wiird es wieder trist für ein halbes Jahr.

  2. DocRunner said, on 2. November 2012 at 07:45

    Daniel, die Bilder von so einem herrlich herbstlichen Mischwald in Verbindung mit Deinem Bericht sind absolut grandios. Ich mag die Mischwälder, weil es meist viel mehr zu entdecken gibt, hier herrschen ja die Laubwälder vor was auch noch ganz okay ist, furchtbar und v.a. dunkel sind die Nadelwald Monokulturen (teilweise Schwarzwald und Bayrischer Wald). Da hat sich Dein Ausflug ja wirklich gelohnt.

    Salut
    Christian

    • Daniel Kopp said, on 2. November 2012 at 11:04

      Momentan ist es echt schön draussen, bunter sogar als im frühling. in gänze lässt sich das gar nicht auf fotos bannen, die realen eindrücke sind zu mannigfaltig. diese dunklen monokulturen gibts in den westlichen wäldern schon auch, glücklicherweise wechselt der nächste mischwald dieses triste bild dann meist wieder recht schnell ab. teilweise sieht man auch heute noch aufforstungen die zu 100% aus fichte bestehen, eine dummheit der forstwirte, weiss doch heute schon jedes kind das diese waldform in zukunft in folge des klimawandels mit großen problemen behaftet sein wird.

      LG
      daniel

  3. ultraistgut said, on 2. November 2012 at 13:46

    Es ist sie zwar nicht – meine alte Heimat – Rheinland-Pfalz, aber es sieht genauso dort aus, das erweckt Erinnerungen, als ich noch – so wie du heute – durch Wälder, Berge, Wiesen, Seen vorbeigezogen bin, toll, der Herbst, der hat wirklich was !!

    Man riecht die Luft, man spürt den Boden, man läuft quasi mit dir ….. trlalalalal !! 😉

    • Daniel Kopp said, on 2. November 2012 at 18:16

      Deine alte Heimat ist aber schon noch ne Ecke bergiger als die Westlichen Wälder. Solche Gegenden speilen im Herbst irgendwie ihre ganzen Reize aus. Keine Jahreszeit ist bunter und besser zu uns Läufern als der Herbst. Der Frühling wäre zwar auch gut, hat aber häufig Gewitter im Gepäck.

  4. […] Hier ist eine Beschreibung des Laufes im Herbst zu lesen. […]


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