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Zwischenergebnis Salomon XT Wings 3

Posted in Ausrüstung by koppdaniel on 7. Dezember 2012

Salomon XT Wings 3

Review Salomon XT WINGS 3 – Die Sanfte Evolution. Der XT Wings hat mich schon seit der 2er Version als  attraktiver Trailschuh fasziniert. 100% meiner Strecken konnte ich mit ihm abdecken. 2012 hat man dem Wings neues Leben eingehaucht, der 3er war da! Neben modifiziertem Design und frischen Farben wurde er auch sanften Verbesserungs- und Weiterentwicklungsmaßnahmen unterzogen. Seit Oktober jagte ich ein Paar über Stock und Stein, auf Berge und in Schluchten, über Trails, in der Hauptsache aber über normale Forst, Feld,- und Wanderwege. Das reicht für ein erstes Resümee, ein finales Testergebnis kommt wenn die Teile zerstört und ausgemustert sind.

Schnürung Der XT Wings zählt sicherlich zu den ausgewogensten Trailschuhes auf dem Markt. Nicht gerade der Revoluzzer-Typ, nein, sein Können hat man ihn nach und nach vom ersten Modell an bis zur aktuellen Version anerzogen. Eigentlich ganz konservativ. Dafür erhält der Abseitsläufer ein wirklich gut geschnürtes Paket. Und „Gut geschnürt“ meine ich dabei im wahrsten Sinne des Wortes. Salomon stattet seine Trailschuhe mit einem bisher unerreicht guten Schnellschnürsystem aus. Ein Zug an der in der Zunge verstaubaren Kordel genügt um die Kevlarschnüre leichtgängig durch die Ösen gleiten zu lassen. Schnell und vor allem fein justierbar ist der Schuh so an den Fuss anpassbar, der förmlich umschlossen wird. Dabei hat Salomon sogar aus seinen Fehlern gelernt: Inzwischen ist die Schnürung langlebiger als noch vor einigen Jahren. Hintergrund ist, dass das Schnürsystem bezüglich Verschleiss optimiert geführt und verlegt wurde. Verlief die Schnürung früher noch ausgehend von einer asymmetrisch am Vorderschuh angebrachten Öse diagonal über den Vorderfuß, was häufig durchgescheuertes Obermaterial und gerissene Kevlarschnüre mit sich zog. Inzwischen verzichtet Salomon beim aktuellen Modell ersatzlos auf diese Art der Vorderfußfixierung. Negative Folgen sind nicht bemerkbar. Sollte trotzdem mal ein Kevlarzug durchscheuern oder reissen sind Ersatzteile verfügbar.

Protektion Die seitlichen Leisten werden durch Materialverstärkungen gegen eindringende oder durchstechende Widrigkeiten unserer Trails geschützt. Um eine bestmögliche Fixierung des Schuhs am Fuß zu erreichen gehen diese Applikationen mit dem Schnürsystem einher. So enden die jeweilig Ösen  in den Verstärkungen was eine hervorragende Anpassung und gleichmäßige Druckverteilung um den Fuß bedeutet. Außerdem ist der Schuh auch rohem alpinen Gelände gewachsen. Salomon hat die Zehenkappe gegenüber dem Vorgängermodell deutlich stabiler und großzügiger ausgeführt. Jetzt steht auch rasanten „Abfahrten“ über Schuttreissen und Kare nichts mehr im Weg. Komplettiert wird die Schutzwirkung durch eine formfeste Auslegung des weich gepolsterten Fersenbereichs. Für die atmungsaktive und flexiblen Mesh-Anteile des Obermaterial wurde ein widerstandsfähiges engmaschiges Textil gewählt. Es bildet einen guten Querschnitt aus Atmungsaktivität und Schutz.

Funktionalität Mit dem genannten Materialmix erreich der XT Wings in der getesteten  Mesh-Variante eine ausreichende gute Atmungsaktivität, wobei man an warmen Tagen durchaus den Wunsch nach etwas mehr Luft verspüren mag.  Leider neigt das Gewebe  zum Verschmutzen, eine Reinigung fällt aufgrund der geringen Maschenweite eher schwer.

Performance Auch betreffend Sohle hat sich gegenüber dem Vorgängermodell einiges geändert. Die Logik der Stollenanordnung sowie deren eigene Ausführung sind neu und erinnern in ihrer Ausprägung schon eher an eine „Softversion“ des Speedcross. Auf dem Wings verteilen sich die kleineren Stollen  aber wesentlich zahlreicher, was griptechnisch zu überwiegend guten Werten führt. Vor allem auf  unverdichteten Untergründen wie kiesigen Forst-, Feld,- und Wanderwegen sowie Trails fühlt sich der Schuh wohl. Leider lässt die Haftung auf harten Untergründen nach und wird im Zusammenspiel mit Feuchtigkeit teilweise unzureichend.  Das muss dann nicht mal nasser Fels sein, schon hartverdichtetes, lehmiges oder erdiges Bankett wirft den Läufer dann aus der Bahn. Schade, denn ohne dieses Manko könnte man dem Modell eigentlich beste Geländeeigenschaften bescheinigen. Obwohl der Schuh  hoch aufbaut wird aufgrund der seitlich weit auskragenden Fersengeometrie eine gute Stabilität erreicht – die Kippelneigung ist gering, die Trittsicherheit groß. Allerdings geht diese Großzügigkeit zulasten der Leichtigkeit, das in Größe 46 getestete Paar bringt es auf 617g. Wer hinter diesem relativ hohen Gewicht starke Dämfungseigenschaften vermutet liegt falsch. Der Schuh kommt relativ hart und steuert direkt. Mitunter kommt kommt da bei mir sogar der Wunsch nach mehr Dämpfung auf, vor allem bergab.

Fazit Mit dem XT-Wings 3 führt Salomon sein erfolgreiches Modell fort ohne sich große Schwächen zu erlauben. Aus alten Fehlern hat man gelernt. Höhere Dämpfungseigenschaften, geringeres Gewicht und besserer Halt auf  harten nassen Untergründen lassen dem XT-Wings 4 in Späh noch Verbesserungspotential.

4 Antworten

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  1. midlifecrisis65 said, on 7. Dezember 2012 at 17:17

    Danke für diesen ausführlichen Bericht. Für meine leichten Trails ist das Gewicht einfach zu hoch. Da laufe ich mit meinen Fujitrabuco etwas leichter und ausreichend trittsicher. Als Variante für gebirgiges Terrain sind diese Salomon aber sicher eine gute Alternative. Auch wegen des hohen Zehenschutzes.

  2. Steve said, on 8. Dezember 2012 at 08:09

    Danke für den tollen Bericht…sollte ich vielleicht doch noch einmal einen Blick auf den Wings werfen, nachdem mich der 2er enttäuscht hat…hmm!
    Bist du dir mit 617g/Paar sicher? Damit wäre er leichter als der Speedcross 3 oder Fellcross.

    • Daniel Kopp said, on 8. Dezember 2012 at 14:46

      Jepp, hab es nochmal geprüft. Es sind ca. 620g, so extrem hoch finde ich das ohnehin nicht. Ist so mein Wohlfühlgewicht, immer den leichtesten Schuh tragen wäre irgendwie nicht meins 🙂

      • Steve said, on 8. Dezember 2012 at 20:57

        Coole Sache…die Teile werden immer interessanter 😉


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