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Hügeliger Standard-16er um Deuringen

Posted in # Hügelland [Laufen] by koppdaniel on 6. Januar 2013

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Hügeliger Standard-16er um Deuringen Eigentlich handelt es sich um meine Winterstrecke die ich nur nachts renne, da hier tagsüber und vor allem am Wochenende viele Spazier- und Gassigänger  sowie Jogger unterwegs sind. Zu viele für mich. So auch heute, und trotzdem mache ich heute eine Ausnahme, mir ist schlichtweg nix besseres eingefallen und was Besseres wäre quasi auch Perlen vor die Säue, bei dem demotivierenden grauen Regenwetter.

Wer in Augsburg auf Höhenmeter kommen will muss seine Strecke tunen. Salzen mit möglichst vielen Anstiegen auf Hügelchen, die hier meist nicht höher als 50-100m sind. Genau so eine Runde ergibt sich auch wieder heute. Erst mal steht allerdings das bescheuerte Einlaufstück vorbei am Golfabschlagsplatz an. Hier ist Feindesland. Hier ist Gassiland. Von der nahen Siedlung aus  werden die mehr oder weniger großen Wohnzimmerwölfe Gassi geführt. Einer nach dem anderen. Mich nervt es ja schon wieder diesen Track für einen Sonntag überhaupt in Betracht gezogen zu haben, aber ich weiß, bald wird meine mit Anstiegen gespickte Runde derart krude und verkehrt durch den Wald verlaufen dass ich bald niemanden mehr sehe.

Bis dahin kommen mir erst noch die übliche zum Teil maulfaulen und soziophoben Ausburger Sonntags-Jogger entgegen. Alle kleiden sich in schwarz, keiner blickt auf und schon gar keiner grüßt –ein sympathisches Volk.

Der erste Anstieg zieht nur sanft nach oben. Der Name vielversprechend: Panoramaweg. Und ja, hier vom oberen Stadtberger Ortsrand, wo sich die Häuser der besserbetuchten immer näher an die Hänge Naturpark ducken ergibt sich ein hübscher Fernblick über die alte Fuggerstadt mit ihrem „Maiskoben, dem Hotelturm. Also kurz genießen, denn die nächsten Kilometer sind in anhaltendem Auf und Ab von mehr vom Wald und weniger von Aussicht geprägt.

Nach einiger Zeit wechselt sich die ständig richtungswechselnde Strecke noch mit einigen würzigen Traileinlagen ab. Die sind mit bestem Wurzelwerk und jeder Menge rutschiger und glitschiger Zutaten garniert und trotzdem machen die Teile ja immer am meisten Spaß. Es ist düster, man steckt tief drinn, im Wald und ist alleine. Alles wirkt noch viel ursprünglicher. Vermutlich nicht zuletzt deshalb, weil hier schlichtweg die freien Wegschneissen der Forstwege fehlen.

Einige Zeit später verlasse ich den Singletrail und wende mich dem offenen Kulturland zu.  Auf glatten Feldwegen und Ortsrändern entlang erreiche ich nochmal einen ganz hübschen Aussichtspunkt. Für eine Standardtrainingstrecke ist die Nummer hier eigentlich gar nicht so schlecht, denke ich mir. Nette Sache am Tag, kenne ich den Track doch eigentlich nur nachts. Aber von hier über schweift der Blick weit über die sanften Wellen des Naturparks, dafür bleibe ich sogar kurz stehen.

Diese Sänfte hält nur kurz an, im 90°-Winkel geht’s zackig in den Wald. Man muss die Einstiege zu den Trails kennen. Jetzt hacke ich in ordentlichem Tempo über einen kaum sichtbaren Pfade der sich wild und kurvenreich um die Stämme eines Laubmischwaldes schlängelt und on einen richtig fies schlammigen Wiesentrail mündet der kaum breiter als zwei Mountainbikereifen ist. Eine geile Nummer. Hier sind mal Koordinationsfähigkeiten gefragt. Ständig verlieren die groben Stollen der Trailschuhe Halt und es zieht mir das Bein  unter dem Körper weg. Wer helle Sitze im Auto hat fliegt hier lieber nicht auf’s M….

Jetzt folgt noch ein kiesiger Trail. Der zieht jetzt widerlichst steil durch eine zerkraterte Waldlandschaft auf einen Höhenzug empor. Dann noch eine hübsche Amplitude unterschiedlich hoher Anstiege über einfache Forstwege. Nichts technisches, aber würzig und in kurzer Abfolge ehe ich die letzten Kilometer nochmal übers den Gassi-Terror-Distrikt absolvieren muss. Jetzt is aber Mittagszeit, da sitzt der Augschburger aber am Mittagstisch und der Wauwau darunter…

16km, 350Hm

8 Antworten

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  1. ultraistgut said, on 6. Januar 2013 at 17:34

    Wundert mich schon, dass bei diesem Wetter Spaziergänger, Hunde und dergleichen zu treffen sind, bei uns bleiben sie alle zu Hause, lassen den Hund vor dem Haus mal kurz und fahren dann zum Essen zur Oma !! 😉

  2. Steve said, on 6. Januar 2013 at 17:58

    Man muss das Beste draus machen!
    Fällt mir im Moment auch eher schwer, aber es geht irgendwie.

  3. Deichlaeufer said, on 6. Januar 2013 at 18:36

    Ich hatte heute exakt das gleiche „Problem“. Mir fiel keine bessere Strecke ein -alles andere wäre mir zu weit gewesen- viele Spazier- und Gassigänger. Das Wetter: dito.

    Aber man hat sich bewegt, das zählt. Immer positiv denken 🙂

  4. Frank Biermann said, on 6. Januar 2013 at 20:27

    Nix besseres eingefallen? Die Bilder sind toll und du hast dich bewegt! Ist doch super!

  5. Andreas said, on 8. Januar 2013 at 13:36

    „Bis dahin kommen mir erst noch die übliche zum Teil maulfaulen und soziophoben Ausburger Sonntags-Jogger “

    Das gefällt mir, ich sage immer die würden sich lieber die Zunge abbeisen als zu grüssen.
    Ich bin aber auch zugezogen

    • Daniel Kopp said, on 8. Januar 2013 at 14:30

      Wohnst Du in Augsburg? Ja, der Augsburger ist schon was besonderes…

      Ich bin beruflich öfter im Bayrischen Wald, da sind die Leute sehr freundlich. Wenn Du dort durch eine Ortschaft gehst grüßen überall die Menschen aus ihren Gärten und Hofeinfahrten.

      • Andreas said, on 9. Januar 2013 at 11:14

        Jein, in Friedberg ich arbeite aber in Augsburg und stamme aber aus der Gegend Mosel/Eifel und habe aber auch schon im Rheinland gelebt. Dadurch waren wir nach unserem Umzug schon des öfteren irritiert.

        • Daniel Kopp said, on 9. Januar 2013 at 18:11

          „Dadurch waren wir nach unserem Umzug schon des öfteren irritiert“

          Einfach köstlich 🙂


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