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Trailrun/Berglauf Hörnle, Stierkopf, Dreimarken, Ammergauer Wiesmahdweg

Posted in # Bergland [Laufen] by koppdaniel on 23. März 2013

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Trailrun/Berglauf Hörnle, Stierkopf, Dreimarken  Heute hätte es mich fast ins Treppenhaus zurückgebeamt als ich morgens zur Haustüre raus bin. Was is das denn? Minusgrade! Eisiger Ostwind! Oh man, wie pervers!!! Ein Umstand der dem Ganzen heute schon wieder so was wie einen negativen Grund-Flow verpasst, was sich auch beim heutigen Berg-Trailrun fortsetzten wird. Schon beim ersten Anstieg der ziemlich Direttissima über einen rutschigen Grashang – das sogenannte Gesäß – Richtung Mittleres Hörnle ansteigt wird klar, die Trail-Maschine hat heute irgendwie keinen Zug auf der Kette.  Trotzdem tut das dem grundsätzlich schönen Trailrun keinen Abbruch, es gestaltet die Sache halt etwas anstrengender.

Es ist nahezu nichts los heute, vermutlich weiß keiner diese merkwürdige Jahreszeit zwischen Winter und Frühling richtig nutzen zu wollen. Nachvollziehbar wäre auch der Wunsch einfach keinen Schnee mehr sehen zu wollen. Die Ski- und Rodelsaison neigt sich zusammengefasst langsam aber sicher dem Ende zu. All die aperen Südhänge machen es nur zu deutlich. Trotz anhaltender Kälte mit Schneefall ist der Winter bis 1100m  auf dem Rückzug.

Und so renne ich den überaus steilen, um nicht zu sagen widerlich steilen, rutschigen und mit glatten Restschneefeldern übersäten Hang hinauf. Was diese Runde so schön macht wird bereits nach wenigen Höhenmetern klar. Es ist die Aussicht. Obwohl das Hörnle ein unspektakulärer ca. 1.550m hoher Voralpenberg ist, ist sein  Panorama doch genialst. Genialst und früh, weil der Südhang zudem nicht bewaldet ist. Vom Kleinen tut sich also eine beeindruckende Aussicht auf die Großen auf. Allesamt noch schneebedeckt,tief winterlich und leider auch noch ganz weit weg von irgendwelchen Trailaktionen. Was es jetzt braucht wären mal zwei warme Wochen mit Regen.

Ich verschwinde unterdessen in einem kleinen Waldstück, dass mich nach einigen Seprentinen auf einen langgestreckten Grasrücken auspruckt, welcher mich wiederum auf den Weiterweg Richtung Mittleres Hörnle bringt. Aufgrund der schlechten Spurenlage lasse ich dieses im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und folge der ausgetretenen „Loipe“ durch ein weiteres Waldstück bis zu der unterhalb des Mittleren Hörnle gelegenen Hörnlealm die sich ihrerseits noch tief im Schnee versteckt hält.

Inzwischen herrscht eine komplett geschlossene Schneedecke vor, ihr Harschdeckel trägt mal mehr mal weniger gut. Die Skitourenspur ist noch am besten verfestigt und erlaubt eine einigermaßen vernünftige Rennerei bis zum Gipfel des Hinteren Hörnle. Wie geil das ist, nichts los hier oben. Nicht ein Mensch. Und selbstverständlich wieder ein Spitzenpanorama.

Mein Weiterweg zum Stierkopf ist nur ein Katzensprung. Der Anstieg führt jetzt ruppig über eine von alten Tritten und Schneesschuhspuren zerpflügte aber zum Glück relativ harte“Loipe“ . Eigentlich sollte man es hier nicht hinschreiben, aber alles rennt immer auf das Hintere Hörnle, dabei ist der Stierkopf der viel schönere Gipfel. Ein sanfter Grasrücken der im Sommer einlädt zum Hinfletzen, Sonnen, Aussichtgenießen.

Für mich gehts weiter. Loipe ist nun keine mehr vorhanden nur zwei Schneeschuspuren führen weiter. Ich kenne den Pfad der über den Grasrücken zum Downhill Richtung Dreimarken führt sowieso, verfluche aber die Entscheidung keine Gamaschen angelegt zu haben. Bergab sinken meine Speedcross viel tiefer in den alten Schnee der als Eiswasser in meine Socken rinnt. Na ja egal, irgendwann ist auch die Soße wieder warm.

Jetzt ist erstmal Downhill angesagt. Der zieht mich steil durch den Wald und fordert aufgrund der harschigen Altschneedecke Konzentration, ist aber besser zu laufen als trocken. Speed ist angesagt. Man kann runterbrennen wie ein Berseker und das tue ich auch. Angekommen bei den Dreimarken folgt dem Trail ein mit nahezu jungfreulicher Schneedecke bedeckter Fahrweg der steil Richtung Oberammergau ins Tal zurückfällt. Zu meinem Erstaunen zeichnen sich in der Altschneedecke alte Spuren eines Trailrunners ab. Die Schrittweite verrät es.

Keine Angst. Fahrweg ist auf diesem Track eher selten, denn schon nach wenigen Metern zweige ich scharf auf einen bildschönen und nahezu schneefreien Trail ab, der durch ein scharf eingeschnittenes wildes Laubwald ins Tal zurückführt. Wenn das Wetter bisher auch nicht so toll war, so blühen am Wegesrand doch schon die ersten Frühblüher in gelb und lila.

Endspurt. Nachdem ich elegant wie eine Elfe über Steine tänzelnd einen Bach überquert habe gehts wieder auf einen Fahrweg. Der ist ziemlich roh gehauen und teilweise wieder richtig übel mit zerfurchtem Schnee bedeckt. Ich bin  ganz froh anschließend auf dem  Ammergauer Wiesmahdweg zu landen. Er führt mich durch gepflegte Hügelwiesen zurück nach Kappel, von wo aus meine Tour  ihren Ausgang fand. Kurz davor hält der Weg nochmal einen steilen Anstieg bereit. Auf dessen Höhepunkt ergibt sich nochmal ein letzter Abschiedsblick auf das schöne Unterammergau in dessen Hintergrund sich die weißen Ammergauer mit dem Wetterstein dahinter auftürmen. Auf deren Trails gibt es hoffentlich bald ein Wiedersehen.

10 Antworten

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  1. Steve said, on 23. März 2013 at 18:02

    Yes!…krasse Sache!

  2. DocRunner said, on 23. März 2013 at 21:42

    Vor allem das elegante elfengleiche über Steine tänzeln hätte ich gern gesehen 😛 Apropos sehen, ich hatte heute dichtes Schneetreiben und konnte nur wenige Meter weit sehen, da war die Lust recht schnell erschöpft…

    Salut
    Christian

    • Daniel Kopp said, on 25. März 2013 at 06:59

      Das Wetter ist einfach nur noch ätzend. Heute morgen hatten wir hier auch ein bisschen Schnee.

      LG
      Daniel

  3. midlifecrisis65 said, on 23. März 2013 at 22:07

    Starke Tour! Tolles Panorama. Der Frühling kommt, man sieht die Zeichen dafür.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Daniel Kopp said, on 25. März 2013 at 07:00

      Ich schätze mal im April gehts exponential mit den Temperaturen nach oben. Der März ist abgehakt.

      VG
      Daniel

  4. Uschi said, on 24. März 2013 at 12:50

    Hi Daniel!
    Schöne Bilder aus meiner Heimat, die ich so gerne sehe, wenn ich hier im Flachland bei beißendem Ostwind hocke. Dankeschön!
    Hast Du mal meine Berichte vom Stierkopf und Hörnle über Dreimarken angeschaut? Wenn Du in Wurmansau am Ende der Bebauung parkst..sparst Du Dir die Parkgebühr am Kappel-P und der Weg hoch auf die Südhänge ist genauso schön.

    Hoffen wir, dass der Schnee jetzt bald mal verschwindet! Ich habe gelesen, dass durch das Abschmelzen der Polkappen sich die gesamte Wetterlage ändert und die Winter erst mal wieder härter und länger werden könnten… Uhhh! Kannst Du Dir im Moment vorstellen, vor lauter Hitze nicht mehr schlafen zu können? Ich grad nicht:-)

    Viele Grüße
    Uschi

    • Daniel Kopp said, on 25. März 2013 at 07:02

      Ach die Parkgebühr, die zahle ich gerne. Däfür sind die Parkplätze im Winter auch geräumt und gepflegt.
      Den Weg kenne ich aber auch, bin ich früher öfter rauf.

      Trotz des miesen Wetters ist zum Glück schon einiges an Schnee weg, warm werden muss es jetzt halt mal.

      VG
      Daniel

  5. Frank Biermann said, on 25. März 2013 at 11:22

    Solche Strecken wie du sie hast hätte ich auch gerne mal. Vor allem das Bild vom Hang wo es links und rechts Bergab geht ist wirklich goil! 🙂

  6. Christian Raimann said, on 25. März 2013 at 11:26

    Toll, dieser dem Wetter trotzende Blick 😉

    Gruß
    Christian


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