koppdaniel.wordpress.com

Mein Klassiker ums Anhauser Tal

Posted in # Hügelland [Laufen], The nicest by koppdaniel on 4. März 2014

P1170772

Mein Klassiker ums Anhauser Tal Nach dem das Wochenende kühl und durchwachsen war hielt der gestrige Abend wieder mildere Temperaturen von anfänglich 10°C bereit. Bei solchem Wetter kehrt an meinen im Winter eher verwaisten Startpunkt in Burgwalden wieder zunehmend Leben zurück. Golfer, Wanderer und andere Sportler nutzen den großen Wanderparkplatz unweit der Kirche als Ausgangpunkt für Ihre Aktivitäten. Mit den überwiegend dafür genutzten und entsprechend frequentierten  Hauptwegen komme ich dabei kaum in Berührung. Denn mein Streckenverlauf umrundet, um möglichst viele Anstieg aufzusammeln, in einem Zickzackmuster das obere Anhauser Tal bei Burgwalden. 22km mit rund 500 Höhenmeter sind es heute. Das viele auf und ab hat‘s in den Westlichen Wäldern ins ich. Aufgrund der abendlichen Läufe ist der Zugewinn an Tageslicht jeden Tag spürbarer, ein schöner Umstand, trotzdem Enden längere Läufe noch immer in Dunkelheit und so befindet sich meine Stirnlampe und eine Jacke zum Überziehen im Laufrucksack.

Während sich die Sonne immer tiefer über den Horizont senkt und alles in ein warmes rötliches Licht taucht starte ich meinen Lauf. Dicht bewaldete Abschnitte sind bereits nach kurzer Zeit ziemlich düster, aber mein Lauf wechselt ständig offene Bereiche, lichten und dichten Wald ab, so dass man immer wieder ans Licht gelangt.

Anscheinend muss der Wald dieses Jahr besonders unter den Eingriffen der Holzwirtschaft leiden, so fanden über die letzten Woche auffallend viele Rodungen statt. Auch jetzt rattert noch die ein oder andere Motorsäge im Wald. Meist sind tschechische oder rumänische Waldarbeiter bei den Fällungen zugange, teilweise haben schwere Holzerntemaschinen tiefe Furchen in den Waldboden gerissen. Das ist Fluch und Segen zugleich. Zum einen entwickeln sich Rückewege immer wieder zu interessanten neuen Wegen oder Trails und durch die Baumfällungen entstehen oft schöne aussichtsreiche Stellen, zum anderen werden auch viele Trails  und Pfade vernichtet. Alte, lieb gewonnene Baumbestände sind plötzlich weg und Wegsperrungen zwingen zum Umdisponieren.

Wie jedes Jahr im Frühling (wenn man schon davon sprechen will) füllen sie die im Spätherbst abgelassenen Weiher im Anhauser Tal wieder mit Wasser und machen die Abschnitte auf dem wurzeligen Ufertrail besonders ansprechend.  Das fehlende Laub und von der Wasseroberfläche reflektierende Licht machen den im Sommer eher dunklen Trail jetzt freundlich und hell. Nach einiger Zeit des Laufens lässt die Sonne nur noch ein fahles, sehr flaches Licht über den Naturpark streichen. Während der Boden bereist im Schatten liegt leuchten nur noch die Baumwipfel der Anhöhen glutrot. In den Senken und Taleinschnitte wird’s bereits frisch.

Es ist die Zeit um die blaue Stunde, ab wann man sich richtig einsam fühlt in den westlichen Wäldern. Jetzt ist kaum noch einer unterwegs und man hat guter Chancen Wild zu erspähen. Häufig hört man Eulen rufen oder Käuzchen pfeifen, hin und wieder sieht man sie sogar fliegen – meist lautlos. Mit der Dunkelheit kommen auch die Wolken. Es kühlt weniger stark ab als ich dachte, also bleibt die Jacke im Rucksack. Ich kann den Lauf im Zwielicht der einbrechenden sogar noch ohne Stirnlampe beenden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: