koppdaniel.wordpress.com

Berglauf auf die Weilheimer Hütte (1.995m, Estergebirge)

Posted in # Bergland [Laufen] by koppdaniel on 26. Juni 2014

P1100910

Berglauf auf die Weilheimer Hütte (1.995m, Estergebirge) Ein längerer Berglauf tief rein ins Estergebirge.

Pfingsten ist vorbei und es ist ein Tag unter der Woche – also rein in die Berge, raus mit dem Stress. Es geht nach Garmisch zu genau dem gleichen Startpunkt wie dem des Wank-Berglaufs, nämlich auf den Wander/Liftparkplatz der Wankbahn. Die ersten Wegmeter sind dann ebenfalls die gleichen: Durchs Drehkreuz auf den kurvigen Pfad und parallel zum Klettergarten unter dem Lift der Wankbahn entlang nach oben, bis man auf die Esterbergstraße trifft. Diesem aufgrund seiner ekelhaften Steilrampen bei Mountainbikern berüchtigten Fahrweg folgt man ein ganzes Stück bis das weite Hochtal zwischen Wank und der Bergkette – bestehend aus Hohem Fricken, Bischof und Krottenkopf – erreicht ist. Für sich genommen ist dieser erste Teil eher unspektakulär, hin und wieder kommt man zwar in den Genuß den Ausblick über das Loisachtal hinüber ins benachbarte Ammergebirge werfen zu können, ansonsten schlängelt sich der Weg, abgesehen von der Daxkapelle, ohne tolle Geschichten durch den Wald in die Höhe. Man hat sowieso genug damit zu tun die Rampen hinter sich zu bringen, welche sich dreimal ziemlich heftig und hochprozentual vor die Füße stellen. Und ich weuiß auch nicht, Steilrampen bei Fahrwegen sind anders als Steilrampen auf Trails, vermutlich weil man geneigt ist dort schneller und mit größeren Schritten zu rennen, jedenfalls ist das Ding echt rotzig. Am heftigsten wird’s unterhalb des Frauenmahds, wo sich der bisher parallel zum Loisachtal verlaufende Weg über einige giftige Serpentinen dem „Berginneren“ also dem Hochtal/Kessel der Esterbergalmzuwendet.

 

Die Steilheit entlässt mich nach den ersten 450hm auf Höhe des sogenannten Perdigstuhls, dem Durchschlupf zwischen den Bergflanken des Wank und Hohen Frickens, endlich in milderes Gelände. Von hier geht es nun leicht abfallend durch liebliches Almgelände weiter bis zur herrlich in einem weitläufigen Bergkessel gelegenen Esterbergalm. Kühe weiden hier, es gibt einen kleinen See der mal Wasser führt, mal nicht und man kommt an in der Ruhe des Estergebirges. Kamen mir bis hierhin immer wieder Menschen entgegen wird es nun deutlich ruhiger, denn die Wege ins Estergebirge sind für Wanderer weit. Nun geht’s weiter, wieder leicht ansteigend durch üppig blühendes Wiesengelände und mit Aussicht auf die großen des Estergebirges. Nach der Farchanter Alm (od. Hintereren Esterbergalm) stellt mir der Track schließlich wieder steilere Aufschwünge in den Weg, fast hab ich mich schon an die Entspannung gewöhnt was den Wiedereinstieg in die Prozente bitter macht. Und so führt mich der Weiterweg bis zum Abzweig Richtung Weilheimer Hütte und Krottenkopf. Folgte man dem Hauptweg weiter würde dieser weiter in Isartal nach Krün Richtung Karwendel führen.

 

Für mich geht’s alles ander als bergab. Ab hier wird der Untergrund mit jedem Meter der rauher, der Weg schmäler und das alpine Feeling geiler. Eine ganze Weile folgt man so dem durch steilen Hangwald ansteigenden Karrenweg, der inzwischen reichlich mit Felsbrocken und Schutt verziert ist. Das geübte Auge macht am Wegrand immer wieder Orchideen aus, so blühen momentan die Mückenhändelwurz, das Sumpfknabenkraut oder das Rote Waldvöglein. Auf etwa 1.800m wendet sich der Weg endgültig dem Bergmassiv zu. Eine wirklich beeindruckende Szenerie entsteht als mich die Strecke zwischen den mächtig aufragenden Bischof und Krottenkopf, zwei dumpfe aber präsente Gestalten, auf einen Trail führt.

 

Ab hier ist die Baumgrenze erreicht und der steinige Pfad klettert nun, mal mehr mal weniger steil, aber immer hübsch schottrig und felsig eine Hangflanke durch Latschengelände empor. Der Schulterblick lohnt hier, fächert sich doch eine fantastische Alpenszenerie aus Wetterstein- und Karwendelgebirge auf. Wenig später sind die Latschenhänge durch und es geht durch blumige Alpenmatten bis zur schmucken Weilheimer Hütte. Es ist menschenleer. Ich weiß gar nicht ob die Hütte offen hat. Hier sind jedenfalls nur ich, der Hüttenkater und diese unglaubliche Ruhe. Perfekt wäre der Ausflug gewesen, hätte auch das Wetter mittgespielt. Stattdeesen schieben sich immer wieder dicken Wolken über das Gebirge und schaffen eine nebelige Stimmung und die Temperaturen sind frisch..

 

Heute renn‘ ich auf gleichem Weg wieder den Berg runter was der begrenzten Zeit geschuldet ist. Empfehlenswerte –und das hab ich auch schon gemacht – ist den Rückweg über den Hohen Fricken anzutreten. So kann man den Lauf zu einer genialen Panoramarunde mit vielen alpinen Trails ausweiten. Nach dem Abstieg über den Hohen Fricken trifft man am Predigstuhl wieder auf die Esterbergstraße.

Laufstrecke Garmisch-Partenkirchen  Berglauf Weilheimer Hütte  GPSies - Mozill_2014-06-27_06-59-50

22km, 1300hm

8 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Manuela said, on 26. Juni 2014 at 21:25

    Wow, tolle Landschaft und hammer Fotos!

    • Daniel Kopp said, on 27. Juni 2014 at 07:24

      Danke Manuela. Angesichts der Landschaft ist das mit den Bildern ein Selbstläufer 🙂

  2. dieStreunerin said, on 26. Juni 2014 at 22:46

    find ich immer wieder bewundernswert, berglaeufer anzutreffen.
    manche touren sind so schon anstrengend und ihr joggt da lang 😉

    • Daniel Kopp said, on 27. Juni 2014 at 07:25

      Die Leistung ist ja letztlich die gleiche. Ob man langsamer aber länger raufwandert oder schneller rennt, hoch muss man immer 🙂
      Muss man nicht, aber wollen wir ja 🙂

  3. Balagotzy said, on 27. Juni 2014 at 13:14

    Ich persönlich laufe auch lieber im Kreis als das ich die gleiche Strecke wieder zurück muss.Aber wenn es nicht anders geht und man quasi in eine Sackgasse läuft,ja dann muss man Retour.Also wer die Bilder so betrachtet der könnte meinen, dass Du relativ flach unterwegs bist.Die Steilheit spiegelt sich hier nicht wieder.Die Bilder als solches sind aber mal wieder top.

    • Daniel Kopp said, on 27. Juni 2014 at 16:29

      Bei Verlaufen hats die Wendestrecken häufiger, da störte mich auch nicht. Die normalen Laufstrecken sind immer Rundkurse. In erster Linie wirken die Bilder so flach weil viele von dem Stück bei der Esterbergam stammen, dass Teilstück ist auch flach, oder das Weitwinkel die Steigung rausglättet.

  4. Frank Biermann said, on 29. Juni 2014 at 18:31

    Du kannst schon richtig stolz auf deine Laufumgebung sein! Ist der Hammer! Würde ich auch gerne haben um meine Energie hineinzustecken! 🙂


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: