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>>>UPDATE<< Haglöfs Gram Comp Test

Posted in Ausrüstung by koppdaniel on 6. Dezember 2014

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Haglöfs Gram Comp die Dritte Im Haglöfs Trailrunningschuhsortiment ist er mein Superheld. Mit dem Gram Comp haben es die Schweden geschafft den nahezu perfekten Geländelaufschuh auf die Beine zu stellen. Kleine Schwächen stecken eher im Detail.

Es war im März 2013, da ging Haglöfs nagelneuer Range unterschiedlicher Trailschuhe raus in die Händlerregale und an Läuferfüße. Neben den beiden gemäßigteren Varianten Haglögs Gram XC und Gram GT eben auch dieses bissige Race-Modell names Gram Comp. Comp steht dabei für Competition und das meint besonders kompromissloses auf Leichtbau und Wettkampftauglichkeit getrimmtes Equipment. Minimalistisch, pur, schnell. Und seit eben diesem März ziert dieser Schuh auch meine, dem Asphalt abtrünnigen, Füßchen. Das dieses leichte Modell nicht die hohe Kilometerleistung wegstecken kann wie der Gram GT war vorher klar. Jetzt, rückblickend mit rund 15 Monaten Lebenszeit konnte er meinen Ansprüchen voll und ganz genügen. Mitgemacht hat der Gram Comp dabei alles vorauf es mir ankommt. Alpine Trails und Bergläufe genauso wie lange Läufe über Forstautobahnen.

Schon der Blick auf das Profil lässt keinen Zweifel seiner Gattung zu. Der Kumpel lässt dich auch auf wildem Untergrund nicht im Stich. Die von Asics (Baugleich zu Asics Gel Fuji Fellracer) stammende Sohlenkonstruktion (AHAR+ = Asics High Abrasion Resistance Rubber) agiert stets mit bestem Biss, erreicht auch auf lockergründigen Untergründen besten Grip und bringt die so immer sticky über alle Pfade. Lediglich unter feuchten Bedingungen büsst er auf glatt/harten Oberflächen an Perfomance ein, sprich neigt etwas zum wegrutschen. Beispiel: Nasse Wurzel oder Felsen. Also in etwa wie der Speedcross von Salomon. In hoffe da kann die Produkentwicklung in den kommenden Jahren noch punkten.

Und außerdem? Der überaus lauffreudige Schuh sitzt wie eine zweite Haut am Fuß und macht richtig Spaß, da kaum spürbar. Mit rund 7mm ist eine Sprengung zwar vorhanden, aber aufgrund des niedrigen Sohlenaufbaus fühlt man sich ständig nah zum Trail und dementsprechend sicher. Eine Kippneigung weißt der Schuh absolut nicht auf.

Um das Leichbaukonzept zu verwirklichen hat Haglöfs unter anderem auf eine gepolsterte Zunge verzichtet. Stattdessen besteht diese aus einem gestanzten dünnen Kunststofflaminat, ein Umstand der im Alltag keine Nachteile offenbarte, allerdings neigte die Zunge zum seitlichen Verschieben. Die Schnürung wird im Fixierbereich über Textil- und im Verzurrteil durch Metallösen geführt. Generell lässt sich der Druck auf den Fuss gefällig und gut dosierbar verteilen. Unter bestimmten Voraussetzungen vermisst man jedoch ein Schnellschnürsystem mit „Parkfach“ für die Schlaufe. Auf beides wurde wohl, um die Gewichtsziele zu erreichen, verzichtet.

Der Upper besteht aus einem sehr leichten atmungsaktiven aber recht robusten Meshgewebe, welches stellenweise durch ein Kunststofflaminat verstärkt wurde um eine bessere Widerstandsfähigkeit zu erzielen. Im Frontbereich schützt zudem eine stabile Kappe sowie die hochgezogene Außensohle vor durchstechenden Gegenständen, der Fersenbereich ist ebenfalls mit Kunststoff verstärkt.

Nach der eingangs erwähnten Nutzungsdauer zeigt sich Verschleiß erfreulich gering. Die stark profilierte Außensohle hat in erster Linie im Vorderfussbereich abgebaut, was vermutlich an den zahlreichen Berg- und Hügelläufen (Vorderfußstil) liegen dürfte. Im Knickbereich des Fußes hat sich in den letzten Tagen auf dem linken und rechten Schuh außenseitig ein kleines Loch herausgebildet – der Anfang vom Ende des Obermaterials. Die durchgescheuerte Ferse im Einschlupf sowie der Verschleiß der Einlegesohle hake ich als absolut akzeptabel ab. Auch sonst gibt der Schuh Anlass zur Zufriedenheit. Nirgends löst sich die Außensohle vom Oberschuh ab, nirgends lösen sich Bestandteile der Außensohle zueinander ab und auch die Zehenkappe zeigt keine Ablöse-Erscheinungen.

Ich war jedenfalls so zufrieden das ich mir die Teile gleich nochmal bestellt habe.

Klappe die Zweite Bei dem eingangs erwähnten Testergebnissen war klar das ich zum Wiederholungstäter werden würde. Am Schuh selbst hat sich nichts geändert, die Erfahrungen entsprechen noch immer denen des ersten Testergebnisses. Einen Unterschied gibt es allerdings: die Lebensdauer meines zweiten Paars war deutlich geringer als die des ersten. Das mag zum einen daran liegen, dass ich diesen Schuh sehr häufig getragen haben, zum anderen ist man bei Laufschuhen leider immer einer gewissen qualitativen Produktionsschwankung unterworfen.

Dieses mal zeigte sich die Ausfallstelle in einem anderen Bereich als beim ersten Modell. Betroffen ist der Innenrist, wo das Außenmaterial gebrochen ist und inzwischen ein Loch klafft. Vermutlich entstanden durch eine Kombination aus Bewegung, Durchfeuchtung und Verschmutzung des Materials was letztendlich zur Versprödung geführt haben könnte.

Rückblickend betrachtet hätte der Schuh anhand des Verschleißbildes der Außensohle auch noch gut 2 Monate durchhalten können. Trotzdem sind gemessen am Leichtbaukonzept des Schuhs auch 6 Monate Nutzungsdauer noch im akzeptablen Bereich,

Mit der nächsten Frühjahrs- und Sommerkollektion wird Haglöfs die zweite Auflage des Schuhs auf den Markt bringen. Details zum Neuen sind noch nicht bekannt. Auch wenn der Gram Comp I die Messlatte sehr hoch gehängt hat, besteht die Erwartungshaltung , dass Haglöfs das Konzept noch ein bisschen nachgeschärft hat. Offene Punkte wären meiner Ansicht nach ein Schnellschnürsystem sowie eine Zungentasche für die Unterbringung der Schlaufe. Weitere Defizite bestehen bei der Haftung auf harten feuchten Untergründen wie Fels oder Wurzeln. Die Einlegesohle müsste besser gegen das Nachvornerutschen ausgelegt werden und die Zunge gegen seitliches Verschieben gesichert werden.

Die Angelegenheit „Gram Comp“ wird zu Trilogie Man kanns nicht lassen. Weil der Gram Comp rockt wie kaum ein anderer Traillaufschuh und einfach Spaß macht werde ich nun zum Serientäter. Getreu dem Motto „Never touch a running system“, geht Haglöfs‘ Gram Comp jetzt in die dritte Runde.

 

 

3 Antworten

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  1. Steve said, on 19. Juni 2014 at 20:32

    Genialer Schuh!
    Würde ich mir auch sofort ein zweites Mal kaufen!

  2. dieStreunerin said, on 20. Juni 2014 at 20:00

    bei der Farbe verschmilzt man ja glei mit der Natur 😀 😉
    herrlich

    • Daniel Kopp said, on 21. Juni 2014 at 13:11

      Ja, wobei die Dinger aufm Schirm immer grüner aussehen als sie sind. In echt sind die ziemlich gift-gelb:-)


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