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Out of box: Salomon S Lab Sense 4

Posted in Ausrüstung by koppdaniel on 12. Februar 2015

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Salomon hat mit diesem Modell ein sehr minimalistisches, leichtes und bodennahes Modell gebaut, dass so angenehm sitzt wie eine Socke. Welchen Anspruch der Schuh hat, wie er verarbeitet ist und sich anfühlt verrät folgender „First Look“.


Design Salomon hat den Slab Sense 4 angenehm zurückhaltend gezeichnet, die Optik wirkt aufgrund „slicken“ Designs unaufdringlich. Dazu trägt die Tatsache bei, dass auf Außenapplikationen mit unterschiedlichen Texturen und Materialien weitestgehend verzichtet wurde. Langweilig ist der Schuh trotzdem nicht, zum einen wirkt das Styling modern und schnell, zum anderen peppt die in der typischen S Lab CI gehaltene Farbgebung auf.

Konzept/Aufbau Was wir hier haben ist definitiv ein sehr leichter, laufaktiver und kurvenhungriger Schuh. Die reduzierte Optik setzt ich auch im technischen Konzept des Schuhs fort. Grundsätzlich bestehen die vorderen für die Bewegungsfreiheit so wichtigen 2/3 des Schuhs aus einem atmungsaktiven Meshgewebe. Um die Zehen zu Schützen wird eine Zehenschutzkappe verbaut, welche zusammen mit dem Meshgewebe in allen beanspruchten Bereichen des Schuhs mit einer Laminatschicht überzogen wurde. Hier ist anzumerken, dass dies Materialsandwich auffallend hochwertig wirkt was die verarbeiteten Materialien und die Verarbeitung selbst betrifft. Hier wird die jahrelange Erfahrung auf dem Trailschuhsektor und sitzende Herstellungsprozesse offensichtlich.

Um dem Schuh einen guten Halt zum Fuß zu verleihen setzt sich die Lamination bis zu den Schnürösen fort um den Schnürdruck gleichmäßig zu verteilen. Für den Fersenbereich sieht Salomon eine deutlichere Protektion in Form von festem Material vor um für einen guten Fersenhalt und sicheres Laufgefühl auf schwierigem Terrain zu sorgen. Glücklicherweise hat man an der Polsterung im Bereich des Schafts nicht gespart, denn so wird der Schuh Richtung Achillessehe komfortabel und erlaubt eine sehr gute Fixierung des hinteren Fußes.

Ein interessanter Punkt ist sicherlich die Ausführung der Zunge. Sie ist nicht klassisch schmal ausgeführt, was immer die Gefahr von lästigem Verrutschen birgt,  sondern sie wird seitlich bis zur Innensohle herabgeführt und bildet so fast schon eine Art Socken aus. Vorteil: Das Eindringen von Schmutz wird wirksam unterbunden, ein Verrutschen wird verhindert und das Ganze ist noch technisch auch noch sehr leicht ausgeführt. Wie immer hat Salomon die Zunge mit der obligatorischen Tasche zum Aufnehmen des Schnellschnürsystems aufgenommen.

Womit wir schon beim nächsten Punkt sind, dem Schnürsystem. Man kann es nicht oft genug erwähnen. Seit die Kevlarschnüre – nach anfänglichen Problemen bei den alten Modellen – länger halten dürfte das Schnellschnürsystem mit zu den besten zählen die der Trailschuhmarkt hergibt. Willig gleitet die Schnürung durch die Textilösen (nur die oberste Öse ist aus Metall) und lässt eine perfekte Druckverteilung und Justierung zu. Ein Nachsetzten ist nur in den seltensten Fällen notwendig und geht schnell von der Hand.

Die Einlegesohle scheint eine einfaches, dünnes Schaummaterial zu sein, dass zwar eine geringe Raumdichte aufweist, sich aber nach einigen Läufen so komprimiert haben wird das seine Wirkung kaum noch spürbarsein wird. Ich sehe sie daher eher als Reibschutz bezüglich der Innenschuhnähte. Passt!

Konzept/Sohle Zum Laufkomfort und der Dynamik des Sense 4 kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht viel sagen, da ich bisher nur Trockenübungen im Haus durchhabe (draußen ist es mir für den Schuh noch zu kalt und nass). Es ist jedenfalls festzustellen das der Schuh über eine sehr bodennahe Außensohlenauslegung verfügt. Das konkretisiert sich bei der Angabe der Sprengung. 4mm Höhenunterschied trennen Vorderfuß und Ferse bei einer insgesamt gering gedämpften aber nicht unkomfortablen Sohle. Das macht den Schuh sehr direkt und zur Empfehlung für Vorderfuß- und Mittelfußläufer. Die Profilierung ist etwa 2,5 – 3mm erhaben und nicht sehr aggressiv ausgelegt. Ich sehe den Schuh auf nicht zu schwierigen Trails, Wettkämpfen und Bergläufen. Richtig harte Alpentrails gehen sicherlich auch, aber insgesamt wäre mir der Schuh dafür zu wenige schützend. Apropos Schutz. In der Außensohle befindet sich ein sogenannter „Profeel Film“, eine Schutzschicht gegen durchstechende Gegenstände die man in den drei Sohlenfenstern bewundern darf. Hier sehe ich allerdings den Nachteil das sich darin Steine verklemmen könnten was nervig sein kann.

Das Stollenprofil der Contagrip-Sohle verteilt sich gleichmäßig über den Vorder –und Hinterfußteil die unterschiedliche Gummimischungen aufweisen, während der Mittelfuß ohne Profilierung auskommen muss. Ich bin echt schon gespannt wie sich die Sohle im Alltag bewährt.

Passform Salomons S Lab Sense 4 bietet aufgrund seiner flexiblen Bauart nahezu allen Füßen eine guten Passform, dabei bringt der Vorderschuh auch breitere Füße gut unter. Der Schuh sitzt wirklich seeeehhhhhr angenehm am Fuß und erinnert vom Gefühl her mehr an eine Socke als an einen Laufschuh. Interessant ist das vor allem in der Hinsicht, dass wir hier einen Trailschuh vor uns haben. Wie sich aus den beiden vorangegangenen Punkten ableitet lässt sich der Schuh durch das Schnellschnürsystem bestens auf die individuellen Bedürfnisse  einstellen.

Perfomance Wie gesagt, bis jetzt hab ich nur ein paar Kurven durch die Bude gedreht, aber schon das fühlte sich ziemlich vielversprechend an, so dass ich schon ganz heiß drauf bin die Teile in den Schlamm zu stellen. Wenn belastbare Erkenntnisse vorliegen werde ich einen weiteren Test veröffentlichen.

4 Antworten

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  1. Martin said, on 12. Februar 2015 at 18:05

    Sieht ja schon sehr lecker aus, der Schuh. Doof nur, dass nach wenigen Kilometern das Weiß nicht mehr nach Klementines Geschmack sein wird. Ich weiß – ich bin mehr Ästhet als Trailrunner, aber das wird man ja noch sagen dürfen… 😉

  2. Steve said, on 12. Februar 2015 at 18:59

    Ich bin auf deinen Bericht gespannt. Rein vom Gefühl her würde ich auch dazu tendieren, ihn im beschriebenen Aufgabengebiet einzusetzen. Lange Ultras wären in diesem Schuh sicher auch nichts für mich.

    • koppdaniel said, on 12. Februar 2015 at 19:17

      Ja, mehr als Marathon und ganz grobes Gelände eher nicht.


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