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Im Herzen des Wittelsbacher Landes – Exzellenter Lauf um Griesbeckerzell

Posted in # Wellenland [Laufen] by koppdaniel on 12. April 2015

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Im Herzen des Wittelsbacher Landes – Exzellenter Lauf um Griesbeckerzell Ein meiner neuen Strecken für 2015. Vor Kurzem habe ich sie in den Untiefen eines Tourenportals generiert und was dabei herauskam fühlt sich an wie ein 6er im Lotto. Die Strecke sitzt. Keine Nachbesserungen notwendig. Ein perfekter Lauf. Die Landschaft ist einfach zauberhaft, hier im Sissi-Landstrich zwischen Dasing und Aichach. Eine sehr gepflegte Kulturlandschaft aus Wiesen, Äckern und Mischwäldern. Der Track gibt sich genauso abwechslungreich wie die Gegend, er nutzt die Landschaftselemente mosaikartig aus. Schwingt sich über eine herrlich profilierte Landschaft, nimmt neben den ansprechenden Forst- und Feldwegen auch Trails mit.

Los geht der Spaß am Orstrand des ruhig gelegenen Sulzbach, welches über die B300 bestens erreichbar ist. Nur wenige Kilometer abseits dieser hektischen und stark frequentierten Bundesstraße trifft man hier auf einen wahren Ruhepol. Die Gegend ist völlig entschleunigt. Ja, der Wald und die Wiesen sind ist hier noch staad. Gleich kurz nach dem Losrennen findet man sich auch schon im ersten Anstieg auf einen Waldrücken wieder. In einer weiten Kehre steigt der Weg kontinuierlich bis zur Hügelkone an. Der um diese Jahreszeit noch lichte Laubwald gibt Weitlicke in die Täler links und rechts frei. Schon diese ersten hundert Meter geügen um den Wert des Wittelsbacher Landes schätzen zu lernen. Nicht so waldlastig wie der Naturpark Augsburg Westliche Wälder, aber ähnlich hügelig. Und wie Sulzbach so in der Senke liegt, umgeben von welligen Wiesen und Wäldern, erklärt weshalb man diese Gegend mitunter auch die Toskana Bayerns nennt.

Und da sind wir thematisch auch schon angekommen, beim Dilemma das die ewige Schmach dieser Gegend bedeutet. Seit der Gebietsreform wird dieser Landstrich nicht mehr Oberbayern sondern Bayerisch Schwaben zugeschrieben. Doch die Herzen hier schlagen hier nach wie vor bayrisch.. Entsprechend wenig kann man mit der Bezirkshauptstadt Augsburg hier anfangen. Wir sind in Altbayern, das ist Separatistenland weil Heimat sich nicht immer in Gemarkungen pressen lässt.

Ich schweife ab. Meine Sohlen fegen über dem der Hangkrone folgenden Hochweg vorbei an Obergriesbach, ehe sich der Tourverlauf – um Höhenmeter einzufangen – einige male in Richtung Griesbeckerzell abfällt und wieder zurück auf den Höhenzug ansteigt. Bei Zahling komme ich dann wieder raus aus dem Wald. Die anfänglich noch rechte geschlossene Wolkendecke hat jetzt Lücken und Sonnenflecken wandern über das grüne Wiesenland. Er wird spürbarer der Frühling. Erste Schlehenbüsche beginnen zu blühen und das erfrischende Hellgrün der jungen Laubblätter kriecht langsam ins Geäst. Von Zahling führt ein steiler Anstieg nochmal zurück auf den Waldrücken. Dann fällt der Weg ab und  verlässt das Waldstück entgültig zugunsten eines durch sonnige Wiesen mäandernden Weges der sanft zum Weiler Neuhausen ansteigt.

Inzwischen gibt sich der Himmel gänzlich bayerisch: weiß-blau mit einem Wechselspiel aus warmen Sonnenstrahlen. Von Neuhausen aus fällt der Track in ein Wiesental und schwingt danach steil auf ein Waldstück zu. Der Anstieg zieht sich elendig aber entlohnt auf dem „Gipfel“ des Rückens mit einem weiten Panoramablick über ganz Griesbeckerzell. Gleich im Anschluss geht’s wieder runter und über den nächsten Anstieg in ein weiteres Waldgebiet auf das romantisch gelegene Hiesling zu. Die kleine Ortschaft liegt mit einigen wenigen Häusern an dem Hieslinger Weiher in welchem es heute vor liebestollen Erdkröten nur so wimmelt. Leise aber massenhaft hört man sie unken.

Hinter Hiesling fordert mir der nächste steile Waldhang weitere Höhenmeter ab, hat aber auch den ein oder anderen Trail in peto. Nachdem ich den Schatten verlassen habe folgen Richtung Oberschneitbach mehrere Kilometer offener, welliger und aussichtsreicher Wiesen- und Ackerlandschaft. Ein langgezogener Anstieg bringt mich ein letztes mal in den Wald. Vorbei beim Glasbläser Liebl warten erneut einige schöne und sehr wellige Abschnitte über offenes Kulturland. Diese kurzen, aber über den Verlauf des Tracks unentwegt vor die Beine gestellten steilen Rampen sind es, die diese Tour durchaus anstrengend gestalten. Beim letzten Abstieg zurück nach Sulzbach kommt schon fast Wehmut auf, dass dieser rundum gelungene Lauf zu Ende sein soll. Aber eins ist klar, auf diesen Pfaden gibt es ein Wiedersehen.

20km, 450hm

griesbeckerzell

4 Antworten

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  1. DocRunner said, on 12. April 2015 at 17:04

    Ungewohnt viel Text bei Dir, mit sogar politischen Hintergrundinformationen….
    Das Profil ist wirklich ordentlich, da gibt es kein flaches Dahinlaufen, entweder hoch oder runter 🙂 Sieht nach viel Spass aus

    Salut

    • koppdaniel said, on 14. April 2015 at 09:25

      Bei neuen Touren hau ich immer mehr Text raus. Die Sachen die ich tagein tagaus laufe, da müssen die Bilder reichen.

      LG

  2. Steve said, on 12. April 2015 at 18:35

    Genial…das schaut echt nach einem 6er im Lotto aus!
    Glückwunsch zu dieser Kreation


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