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Lago d‘ Idro – Urlaub (Teil 1) – Cingolo Rosso Berglaufrunde

Posted in Sichtweise by koppdaniel on 2. August 2015

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Bella Italia, Lago d‘ Idro. Schon das zweite Mal. Es war 2011 als wir das erste mal zu diesem rund 20km westlich des Gardasee gelegenen Smaragds fanden. 20km, dass sind über die Bergstraßen rund 40km und ca. 1,5h und das klingt erstmal nach nicht viel. Aber der Unterschied könnte krasser nicht sein. Während sich am Gardasee  Autokolonen mit schwitzenden Urlaubern um die Ufer quälen und Riva aus allen Nähten platzt bleibt es am Idrosee beschaulich. Das ist eine komplett andere Welt. Der ein oder andere würde vielleicht sogar so weit gehen und sagen der Idrosee wäre geradzu langweilig. Ich hingegen meine, der Idrosee ist noch ein echter  Geheimtipp für ruhesuchende Naturliebhaber.

Die Krone setzt dem Ganzen letztlich noch die Lage unseres Urlaubsorts auf. Vesta liegt am Ende einer Stichstraße. Denn, dass muss man wissen, der See lässt ich motorisiert nicht umrunden sondern endet eben in diesem kleinen Dorf. Es besteht im Prinzip aus einer Pizzeria mit einigen kleinen Ferienhäusern drumherum. Hotels? Nada. Discos? Ach woher. Shoppingmeile? Never.

Dafür reihen sich um den See Attraktivitäten einer anderen Art. Einer Art die nicht jeder sucht und längst nicht jeder nutzen mag. Berge! Ihre Gipfel erreichen zwar „nur“ Höhen zwischen 1.000 und 1.500m, da der Seespiegel samt der ihn umgebenden Ortschaften aber auf lediglich 350m liegt ergibt sich schon einiges an Potential. Und  wer jetzt meint aufgrund der eher geringen Frequentierung als Urlaubsziel mangelt es an Anstiegsmöglichkeiten sei entwarnt. Italientypisch darf man hier über entzückend steilen Pfaden flanieren.

An diesem Punkt gelangen wird auch auf den Punkt. Ich will jetzt nicht die Werbetrommel für den Irdosee rühren sondern von den unternommenen Touren berichten. Es waren ein paar, aber nicht zu viele. Schließlich hatte ich dieses mal auch „Erholung“ auf dem Zettel stehen. Dementsprechend fanden meine Touren in den frühen Morgenstunden statt und waren keine megalangen Killer. Zum einen um der Tageshitze zu entgehen. Zum anderen um die Erfüllung meiner familiären Pflichten noch nachkommen zu können.

Diese Taktik gelang letztlich auch ganz gut. Und wenn anhand der Tourenbilder der Eindruck entsteht wir hätten eine Schlechtwetterwoche erwischt, dem sei gesagt, nein, so war es nicht. Vielmehr war es so, dass nahezu jede Nacht und teilweise auch noch morgens Regen fiel. Dessen dicke Wolken verbließ der täglich ab Mittag auffrischende Südwind.

Letztlich waren die Touren so zwar entweder durch Regen oder die enorme Luftfeuchtigkeit in den laubigen Wäldern recht feucht. Beim nächsten mal würde ich aus eben diesem Grund wohl auch eher wieder auf ein tiefer liegendes Haus setzten. Unseres lag dieses Jahr weiter oben im waldigen und schattigen Berghang und war dieser hohen Luftfeuchtigkeit ebenso ausgesetzt, was Nachteile birgt. 2011, da lag unser Domizil tiefer und näher am Seeufer. War besser umlüftet und ganztägig besonnt.

Cingolo Rosso Runde – der erste Turn Den Anstieg kannte ich ja bereits vom ersten Urlaub. Ich wusste also, dass ein ekelhaft steiler Krummholzpfad auf mich warten würde. Eine Schenkelpresse sondersgleichen. Die ersten 700hm sind teilweise unerbittlich und bei einigen Steilrampen echt an der Grenze des Laufbaren aber möglich. Zähne zusammenbeißen und durch. Noch stecken mir zwar Anreise und der Wein vom Vorabend in den Glieder. Irgendwann läufts aber fluffig und ich fliege die unzählichen Kehrtwenden auf angenehmen Pulslevel empor.

Aufgrund der geringen Starthöhe von rund 350m läuft man am Idrosee durch die hoch liegende baumgrenze eine lange Zeit aussichtslos durch dichten Laubwald. Der ist mit seinen zwerghaften Bäumchen und Büschen zwar grundsätzlich echt hübsch anzusehen und wirkt teilweise wie aus einem Fantasyfilm. Aber auf rund 1000m freut man sich doch ob des ersten Panoramablicks über den See. Sieht schon richtig gigantisch aus wie dieser das Tal mit Wasser füllt. 200m ist er tief und wunderbar blau. Gerade ist der Moment wo die Sonne die Bergflanken in das erste warme Sonnenlicht tüncht. Magic.

Ich renn weiter. An ein paar Berghütten vorbei kommt ein ganz kurzes Stück Fahrweg, dass aber leich wieder zugunsten eines Trails verlassen wird. Die Steigung ist nachfolgend eher moderat, so dass man jetzt genießen kann. Immer wieder feine Blicke über den See und tief in die umgebenden Gebirge. Mein Pfad schlängelt sich garniert mit allerlei mediterranen Kräutern am Wegesrand in einem weiten Bogen unter dem Felsmassiv des Cingolo Rosso entlang.Dann fällt er in einen Tal einschnitt ab dem er zurück ins Tal folgt. Was noch besonders geil war, war die Abkühlung in den Gumpen eines kleinen Bergbaches. Die wurden erst kürzlich entsprechend vom Italienischen Alpenverein extra hierfür hergerichtet und aufgeräumt.

11km, 1000hm

berglauf_cingolo_rosso

4 Antworten

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  1. Deichlaeufer said, on 3. August 2015 at 09:20

    1000 HM auf 11 km, ich sterbe! 😎

    Ihr scheint es mit Eurem Urlaubsdomizil nicht schlecht getroffen zu haben. Laßt es Euch gut gehen!

    • koppdaniel said, on 4. August 2015 at 16:15

      Wir sind schon wieder daheim. Die Berichte muss ich jetzt so nach und nach machen. Aber Urlaub hab ich noch 🙂

  2. neckarine said, on 3. August 2015 at 10:16

    Sehr sehr schön! Weiterhin gute Erholung wünsche ich 🙂


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