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Das Heckenbergkonzentrat – Schenkelpresse in den Westlichen Wäldern

Posted in # Hügelland [Laufen] by koppdaniel on 27. März 2016

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Das Heckenbergkonzentrat  – Schenkelpresse in den Westlichen Wäldern Zum Osterwochenende war uns schönes Wetter versprochen. OK, das war letztlich dann nicht so toll wie gedacht und der Vortag dieses Laufs brachte dementsprechend erst Regen und gegen dessen Reste musste sich der Vormittag erst noch behaupten. So blieb der zwar ziemlich wolkig aber dafür schon mal angenehm mild. Auf dem Zettel stand ein Lauf dessen Rohdaten eigentlich gar nicht so heftig klingen. Über eine Distanz von 23km sammelt dieser Track rund 700 Höhenmeter auf. Ich kann mir also nicht ganz erklären warum das so ist, aber diese Nummer zerlegt mich jedesmal.

Schon der Start ist schonungslos. Kaum sind die Mauern des altehrwürdigen Kloster Oberschönenfeld passiert stellt sich mir der Büßerweg in den Weg. Der Puls legt einen Kaltstart hin und schraubt sich während des Anstiegs hinauf zur Hubertuskapelle auf Hochtouren. Wo sonst schattiger Wald vorherrscht, lassen die blattlosen Baumkronen um diese Jahreszeit noch viel Licht auf meinen Laufpfad fallen. Nachdem die ersten ziemlich direkten 80 Höhenmeter überwunden sind fällt der Weg in ein dunkles Tal ab ehe er Richtung Engelshof wieder sanft ansteigt. Hernach kann man sich über ein 100m flaches Stück über den Hochweg erfreuen. Der Puls pendelt sich ein, die Muskeln sind warm. Ich würde es sagen es läuft.

Die letzten Einheiten waren für mich ziemlich bescheiden und fühlten sich formtechnisch eher nach angezogener Handbremse als nach Höhenflug an kann. Heute kann ich endlich wieder eine angenehme Leichtigkeit empfinden. Unterdessen steige ich in Richtung des Anhauser Tals ab. In weiten Schleifen schlängelt sich mein Abstieg durch den kahlen Wald. Dem Tal selbst folgt man nur für wenige Meter, denn schon steht der nächste Anstieg an. Der legt erstmal mit humaner langgezogener Steigung los, schwingt zur Kammkrone hin aber immer steiler auf. So langsam erinnern sich auch die Schweißdrüsen daran das die Winterzeit zu Ende geht. Oben angekommen folge ich dem Höhenzug zum nächsten Abstieg, der gleichzeitig einer meiner Lieblingsabschnitte in dieser Ecke ist. Weitläufige Rodungen lassen hier einen schönen Rundblick auf die schöne Hügellandschaft des Naturpark Westliche Wälder zu. Hier erkennt man mal wie profiliert dieser Landstrich eigentlich ist. Leider ein seltener Anblick, den meist versteckt sich die Naturparkgeologie unter einer geschlossenen Walddecke die von mehr oder weniger großen Lichtungen durchbrochen wird.

Zurück zum Lauf. Mein Weg fällt wiederholt zurück ins Anhauser Tal und schwingt von dort erneut und giftig auf den nächsten Höhenzug, der quasi überrannt wird. Denn gleich nach erreichen der Kammkrone stürze ich über eine offen gelassene Rückegasse auf die gegenüberliegende Talseite. Steil fällt mein Weg jetzt in einen schattigen Talabschnitt ab. Weit weg von den Hauptwegen fühlt man sich hier richtig ab vom Schuss, tief im Naturpark möchte man fast man sagen. Nun nutze ich einen weniger frequentierten Weg als weiteren Anstieg. Im Anschluss gehts direkt nochmal runter ins Anhauser Tal und wieder rauf und nochmal runter. Ja ein Spiel, dass aufgrund wenig ebener Anteile durchaus fordernd ist. Kurz vor der Waldgaststätte markiert ein Aufstieg was sich über die ganze zweite Hälfte nicht mehr ändern wird: er ist ekelhaft steil.

Nachdem diese Schenkelquetsche hinter mir liegt, wendet sich die Route den Hängen des Schmuttertals zu, die sind wesentlich profilierter als die des Anhauser Tals. Der erste Ab- und Anstieg gestalten sich noch hell und freundlich sind aber beide bereits bitter steil. Hernach wirds waldiger, dunkler und feuchter. Das Landschaftsbild erinnert mich hier immer an die Forstwege in den Bergen.

Im Anschluss folgt ein langer und mäßig steiler, sich ziehender Anstieg der nach einem Zwischenabstieg in den steilsten Anstieg der Runde mündet. Elendig steil stellt sich mir eine Rampe in den Weg die aufgrund des geraden Wegverlaufs das Gehirn verwirrt was Steigung und Geschwindigkeit betrifft. Es folgen ein weiterer Ab- und Anstieg, dann folgen endlich die finalen Kilometer. Nachdem der Weg durch moosigen Wald Richtung Öberschönenfeld an Höhe verloren hat und ich mich an einer Quelle laben durfte kommen nochmal einige kleinere An- und Abstiege. Und siehe da, die Fischweiher des Klosters versprechen das Ende der Tour.

Bei allen Mühen ist es um diese Jahreszeit doch alljährlich ein Vergnügen zu sehen wie die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Da können die austreibenden Blätter der Büsche und Bäume sein, die ersten Frühblüher an den Wegesrändern oder Froschlaich in den kalten Tümpeln. Das ist wohl die Hauptsache für mich, nicht primär des Sports wegen, sondern einfach um draußen zu sein.

 

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23km, 700hm

2 Antworten

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  1. Deichlaeufer said, on 27. März 2016 at 21:35

    Hey, Daniel, soviel Text ist man bei Dir gar nicht gewohnt. Eine schöne, lebendige Beschreibung mit etwas viel „steil“ 😉

    Wenn das „draußen sein“ nicht so attraktiv wäre, würden wir diesen Sport wohl nicht machen.

    LG Volker

  2. koppdaniel said, on 28. März 2016 at 20:10

    Ja, so ist es. Der Laufbandtyp bin ich nicht.


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