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Out of Door: Haglöfs Gram Puls

Posted in Ausrüstung by koppdaniel on 2. März 2017

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Out of Door: Haglöfs Gram Puls. Päääng!!!! Frühling 2016 kam der neue Gram Puls auf den Markt. Endlich ein richtiger fieser Matschfresser, einer der bisher noch gefehlt hat im Regal der Schweden. Schon der erste Blick auf das Profil der Außensohle macht klar, hier hat man es mit einem ambitionierten Offroad-Kandidaten zu tun. Ob der Schuh meine Erwartungen erfüllt hat könnt ihr ihr im folgenden Artikel lesen.

Haglöfs brachte mit dem Gram Puls für die Sommersaison 2016 einen sehr leichten Trailschuh auf den Markt, der das Sortiment über gut gedämpften und in erster Linie für Feld- und Waldwege geeigneten Gram Gravel, dem direkteren Gram XC und dem Trailmodell Gram Comp nun nach oben um eine Art Trail/Fellracer abrundet.  Seine sticky Außensohle lässt keinen Zweifel aufkommen, dass dieser Schuh eine mächtige Portion Grip in peto hat.

Besonders ausgeprägte Zacken verteilen sich über die Außensohle, schon optisch vermitteln diese das Potential sich  tief in den Untergrund zu wühlen. Und tatsächlich, der Schuh gräbt sich damit förmlich ein und gibt so gut wie nie nach. Man spürt seinen Biss auf lockeren Untergründen, man kann sich bergab auf den Grip verlassen. Fast immer bleibt der Gram Puls der Gewinner im Duell Schwerkraft vs. Läufer. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Gummimischung der Schuhsohle hinsichtlich Haftung auf glatten und nassen Untergrund deutlich verbessert wurde. Jetzt sind auch feuchte Wurzeln und Felsen weniger Feind als üblich. Besonders wohl fühlt sich die AHAR+-Sohle auf feuchten erdigen oder lehmigen Untergrunden oder matschigen Gras.

Nachteilig wirkt sich diese Gummimischung jedoch auf die den Verschleiß aus. Dieser vollzieht sich nun schneller und entspricht in etwa dem eines Speedcross, vielleicht sogar minimal besser. Zusätzlich wird der Verschleiß jedoch durch die ausgeprägten Stollen verstärkt. Dafür läuft sich der Schuh sehr angenehm und wirkt aufgrund der stabilen Ausführung auch sehr sicher was das Auftreten und Abstößen betrifft. Aufgrund der geringen Sohlenhöhe liefert das Modell stets ein gutes Feedback über den Untergrund.

Leider hat Haglöfs es versäumt, die Sohle mit einer sperrenden Zwischenschicht auszustatten, die gegen durchstechende Gegenstände Schutz bietet. So werden vor allem grobschottrige Untergründe teilweise unangenehm wahrgenommen. Oft sind es ungünstig liegende Steine die immer mal wieder unangenehm zu spüren sind. Ein Umstand der auf Dauer oder nach vielen Kilometern durchaus unangenehm werden kann.

Lobende Worte verdienen die verwendeten Materialien des Oberschuhs. Mittels widerstandsfähiger Außenhaut, atmungsaktiv, nässe- und schmutzabweisend, gepaart mit einem stabilen Geröllschutzband ist hier für ein guter Schutz des Fußes gewährleistet. Besonders positiv fällt dabei auf, dass der Schuh eine zufriedenstellende Wasserabweisung bei gleichzeitig guter Dampfdurchlässigkeit und Atmungsaktivität bietet ohne auf eine steif machende Goretex-Membran zurückzugreifen.

Negativ: Bei der Zunge hat Haglöfs seine Hausaufgaben nicht gemacht. Hier hätte man das seitliche Rutschen durchaus als Leason-Learned-Thema von den Schwestermodellen aufgreifen können. Denn das alte Problem bestand schon bei anderen Haglöfsmodellen und wurde bei Überarbeitungen mittels einer kleinen Fixierung zwischen Zunge und Oberschuh fixiert. Ebenfalls Verbesserungsbedarf besteht bei der Schnürung. Diese neigt, vermutlich aufgrund des Schnürsenkelmaterials dazu sich während des Laufs zu lockern.

Insgesamt hat mich der Gram Puls zufriedenstellend durch das letzte Jahr gebracht. Es liegt noch Abnutzungs- oder Verschleißbild am Außenmaterial vor, so dass ich zuversichtlich bin den Schuh noch über eine halbe Saison nutzen zu können. Vermutlich wird ihn der Verschleiß der Außensohle dann außer Dienst stellen.

Testbedingungen

Testzeitraum: ab 04-2016 über alle Witterbedingungen

Testterrain: Feld- und Waldwege, Wurzel- und Schottertrails, Wanderwege und Bergpfade im Alpenvorland und den Alpen

Testläufe: Alltags- und Wochenendläufe zwischen 10 und 45km

Hinweis: Der Testschuh wurde intensiv genutzt, ist aber nicht mein einziger Laufschuh über den Testzeitraum gewesen

Außeneinsatz

Testmodell nach ca. 11 Monaten

Ergebnis

Haglöfs hat mit dem Gram Puls einen sehr guten Trailschuh auf die Beine gestellt der zwar nicht für die ganz harten Bedingungen geeignet ist, sich aber für Trail- und Offroadläufe bis Marathondistanz sehr gut eignet. Darüber hinaus würde ich den Schau aufgrund der geringen Dämfung und der zu wenig schützenden Außensohle nicht empfehlen.

Einsatzgebiet:  Grobe Feld- und Waldwege, Trail  (Wurzel, Erde, Sand, Lehm, Voralpin, Alpin) Graswege;

Weniger geeignet: gut ausgebaute Wirtschaftswege;

Nicht geeignet: Asphalt;

Grip: Hervorragend auch bei Feuchtigkeit;

Verschleiß: Konzepttypisch ohne besondere Auffälligkeit;

Passform: mittelbreit, fällt deutlich kleiner aus;

Sprenung: 4mm

Sohle : AHAR+ (Asics High Abrasion Resistance Rubber) / Solyte

Gewicht: 275g (Gr. 46 2/3)

 

 

2 Antworten

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  1. Steve said, on 2. März 2017 at 21:31

    Danke für den ausführlichen Test…
    …schaut echt gut aus was Haglöfs da auf die Beine stellt.
    Ich war ein großer Fan vom Gram Comp und habe die Schuhe seitdem etwas aus den Augen verloren.
    Wird Zeit mal wieder genauer auf Haglöfs zu schauen.

  2. koppdaniel said, on 3. März 2017 at 09:18

    Der Gram Comp ist viel gemäßigter aber mehr alltagstauglich


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